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Bildung, Arbeit, Gesundheit : Wohlhabende werden bis zu acht Jahre älter

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Wer eine gute Bildung hat und einen hohen sozioökonomischen Status, lebt im Durchschnitt länger. Bild: Caro / Eckelt

Schlechte Bildung, Arbeits- und Perspektivlosigkeit: Das stresst die Menschen so sehr, dass die Betroffenen im Durchschnitt deutlich kürzer leben. Auch in Deutschland, wie eine neue Studie zeigt.

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          Die Lebenserwartung ist im 20. Jahrhundert auf der ganzen Welt steil angestiegen, wie eine neue Studie des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zeigt. Lag sie um 1900 bei 30 Jahren, ist sie heute bei rund 71 Jahren angelangt - ein Zugewinn an Lebenszeit von etwa dreieinhalb Jahren je Jahrzehnt. Allerdings trägt die Studie den sprechenden Titel: “Hohes Alter, aber nicht für alle“. Will sagen: Die individuelle Lebenserwartung hängt stark vom Einkommen und von der Bildung des Einzelnen ab.

          Auch in Deutschland ist das so: Neugeborene Jungen können im wohlsituierten bayerischen Starnberg mit rund acht Jahren mehr Lebenszeit rechnen als ihre Geschlechtsgenossen in der ehemaligen Schuhmachermetropole Pirmasens, wo viele mit Arbeits- und Perspektivlosigkeit kämpfen.

          Mehr Stress, weniger Gesundheit

          Entscheidend für eine längere Lebenserwartung seien heute vganz andere Faktoren als früher, wie der Direktor des Berlin Instituts, Reiner Klingholz, betont: Wer eine hohe Bildung hat, lebt in der Regel einige Jahre länger als Personen mit niedrigerem Bildungsgrad. „Je niedriger der sozioökonomische Status, desto höher die subjektiv erlebte Stressbelastung. Auf Dauer fördert dieser Lebensstress die Entstehung von körperlichen Erkrankungen, Depressionen und anderen psychischen Störungen“, sagt Klingholz.

          Hinzu komme, dass gesundheitliche Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen und Alkoholmissbrauch in Gruppen mit niedrigem Sozialstatus überproportional häufig vorkämen. Die weltweit größte Diskrepanz zwischen den Bildungsschichten findet sich laut Studie in Litauen, Estland und Russland. Russische Männer mit dem geringsten Bildungsniveau sterben im Mittel 13 Jahre früher als männliche Akademiker.

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