https://www.faz.net/-gyl-9431o

Bewerbungen : Das Anschreiben wird zum Auslaufmodell

  • Aktualisiert am

Der Lebenslauf genügt, finden Fachkräfte. Und auch immer mehr Personalentscheider. Bild: Picture-Alliance

Viele Fachkräfte haben bei Bewerbungen keine Lust mehr, ein Anschreiben zu formulieren. Und überraschend viele Personalentscheider finden das in Ordnung.

          1 Min.

          Was haben der Versandhändler Otto und das Kommunikationsunternehmen Telefónica Deutschland gemeinsam? Sie verlangen von ihren Bewerbern kein klassisches Anschreiben mehr. Und damit treffen sie den Nerv von Fachkräften mit Berufsausbildung: Mehr als die Hälfte von ihnen empfindet das Anschreiben einer neuen Befragung zufolge als große Hürde im Bewerbungsprozess. Manche der Teilnehmer verglichen das Formulieren eines Anschreibens sogar mit einem Zahnarztbesuch.

          Besonders unbeliebt ist dieser Teil der Bewerbung vor allem in der Tourismusbranche und im Gastgewerbe. Dicht dahinter folgt das Handwerk. Unternehmen, die das Anschreiben abgeschafft haben, setzen stattdessen meistens auf elektronische Bewerbungsformen, die manchmal auch über Smartphones funktionieren. Bei der Extremform, der sogenannten One-Klick-Bewerbung, reicht eine Verlinkung aufs Profil im sozialen Netzwerk Xing oder Linkedin. Für die Umfrageergebnisse hat das Portal Meinestadt.de mehr als 1000 Fachkräfte mit Berufsausbildung befragt.

          Wenig Zusatzinformationen, kaum Zeit

          Mit ihren Wünschen treffen die Bewerber offenbar auf offene Ohren bei immer mehr Arbeitgebern. Das zeigt eine zweite Befragung unter Personalmanagern, von denen mittlerweile mehr als die Hälfte befindet: Wir berücksichtigen auch Bewerbungen ohne Anschreiben. Einer Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half zufolge sagen das 59 Prozent der Personalentscheider.

          Sie kritisieren Anschreiben vor allem, weil sie oft eine geringe inhaltliche Qualität aufwiesen und es an relevanten Zusatzinformationen zum Lebenslauf mangele. Fast ein Viertel der Personaler sagte außerdem, der Inhalt von Anschreiben sei nicht verlässlich. Mehr als jeder siebte gibt sogar an, keine Zeit zu haben, um Anschreiben zu lesen.

          Weitere Themen

          Happy Birthday, Bafög?

          Kritik an der Studienförderung : Happy Birthday, Bafög?

          Zu seinem 50. Geburtstag zeigt sich die Studierendenförderung nicht von ihrer besten Seite: Die Sätze sind zu niedrig. Die Zahl derjenigen, die überhaupt Bafög bekommen ist stark gesunken. Wann gibt es endlich eine Reform?

          Topmeldungen

          
              Die Zeit am Rebstock ist vorbei:   Ein Erntehelfer erntet reife Trauben von einer Weinrebe.

          Neues Weingesetz : Krach im Weinberg

          Das neue Weingesetz ist beschlossen, der Streit unter den Winzern geht weiter. Die Genossenschaften treten aus dem Deutschen Weinbauverband aus. Es geht auch um die Frage: Was definiert die Qualität?

          Besuch in Flutgebieten : Laschet erlebt die Wut

          Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen besucht Orte, die hart von der Flut getroffen wurden. Da entlädt sich der Ärger von Betroffenen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.