https://www.faz.net/-gyl-841k0

Bewerbercheck online : Xing-Salabim - und raus bist du

  • Aktualisiert am

Ein stimmiges Profil, das den Bewerbungsunterlagen nicht widerspricht - das ist die halbe Miete in den sozialen Netzwerken. Bild: dpa

Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie Xing, Linkedin und Facebook werden Bewerbern immer häufiger zum Verhängnis - weil Personaler die Profile zum Aussortieren nutzen. Meistens sind aber nicht etwa wilde Party-Fotos das Problem.

          1 Min.

          Personaler und Chefs durchforsten die Profile ihrer Bewerber in sozialen Netzwerken. Das ist mittlerweile schon in fast jedem zweiten Unternehmen (46 Prozent) gängige Praxis, wie eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom zeigt. 408 Personalverantwortliche sind dafür nach ihren Gewohnheiten bei der Bewerberauswahl befragt worden. Heraus kam: Es werden vor allem Einträge in beruflichen Netzwerken wie Xing oder Linkedin ausgewertet, aber auch immer wieder Informationen aus eher privat ausgerichteten Profilen auf Facebook oder Twitter genutzt.

          Manchmal können die Social-Media-Aktivitäten von Bewerbern das Zünglein an der Waage bilden. Schon mehr als jeder siebte Personalchef (15 Prozent) hat sich schon einmal aufgrund einer Online-Recherche über einen Bewerber dazu entschieden, ihn lieber doch nicht zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Besonders häufig stören sich die Personaler daran, dass sie in den Sozialen Medien Widersprüche zu den Bewerbungsunterlagen finden. Aber auch inkompetente fachliche Äußerungen in den Online-Profilen von Bewerbern führen zuweilen dazu, diese gar nicht erst näher kennenlernen zu wollen.

          Bild: Bitkom Research 2015

          Dass den meisten Bewerbern schräge Party-Fotos auf Facebook zum Verhängnis werden, ist hingegen der Studie zufolge ein Ammenmärchen. „Kein Personalentscheider ist so weltfremd, dass er Bewerber aussortieren würde, weil sie ausgelassen feiern. Es gibt aber Grenzen bei dem, was öffentlich ins Netz gestellt werden sollte“, sagte der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

          Politische Ansichten spielen kaum eine Rolle

          Im Mittelpunkt des Interesses stehen bei der Prüfung von Social-Media-Profilen die fachliche Qualifikation (89 Prozent), öffentliche Äußerungen zu Fachthemen (72 Prozent) sowie über das Unternehmen oder seine Wettbewerber (56 Prozent). Knapp jeder Zweite (44 Prozent) achtet auch auf Hobbys oder private Aktivitäten der Kandidaten, 34 Prozent betrachten veröffentlichte Fotos sehr genau. Weniger von Interesse sind die Anzahl der Kontakte in den Netzwerken (5 Prozent) oder politische Ansichten (4 Prozent).

          Wann die Einträge in den Sozialen Netzwerken überprüft werden, variiert dabei. Fast zwei Drittel der Unternehmen (62 Prozent) informieren sich im Netz vor der Entscheidung, ob ein Bewerber zum Gespräch eingeladen wird, 39 Prozent überprüfen die Angaben nach dem Gespräch, 30 Prozent bereits bei der ersten Sichtung der Unterlagen. Und 12 Prozent gleichen ihr Bild vom Kandidaten kurz vor der Entscheidung, ob ein Vertrag unterschrieben wird, noch einmal mit den Social-Media-Profilen ab.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Lars Klingbeil (links), Vorsitzender der SPD, und Saskia Esken, Vorsitzende der SPD, äußern sich am 20. Dezember 2021 bei einer Pressekonferenz nach der konstituierenden Sitzung des Parteivorstandes im Willy-Brandt-Haus in Berlin.

          Trotz Wahlerfolgs : Die SPD verliert weiter rasant Mitglieder

          Nach dem Wahlerfolg bei der Bundestagswahl traten der Partei im September zwar mehr Neumitglieder bei als in allen anderen Monaten des Jahres. Aber sie konnten den abermaligen Verlust von etwa fünf Prozent der Mitgliedschaft nicht ausgleichen.

          Novak Djokovics Ausweisung : Schluss mit dem Ego

          Nach dem Entzug des australischen Visums für den serbischen Tennis-Star bleibt zwar ein schaler Nachgeschmack, aber für den eigenen Schaden ist er, wohl auch entsetzlich schlecht beraten, selbst verantwortlich.
          Ein Militärangehöriger am 9. Dezember 2021 bei Sentianivka in der Ostukraine

          Ukraine-Krise : Plant Russland eine False-Flag-Operation?

          Washington erhebt detaillierte Vorwürfe gegen Moskau. Und der Kreml gibt erstmals offen zu, dass der jüngste Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine dazu dient, Putins Forderungen nach „Sicherheitsgarantien“ durchzusetzen.