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Berufswahl : Frauen werden keine Maurer

Was mit Kindern machen - ein typischer Berufswunsch von Frauen Bild: dpa

Mehr Männer in die Kindergärten, mehr Frauen auf den Bau? Fehlanzeige! An der Geschlechtertrennung auf dem Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen 35 Jahren kaum etwas verändert. Klar, dass die Frauen weniger verdienen.

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          Frauen und Männer arbeiten in Deutschland größtenteils getrennt nebeneinander her. Daran haben auch die in den letzten Jahren deutlich gestiegene Erwerbstätigkeit von Frauen, die Umstrukturierung in der Berufswelt und Werbekampagnen für Männer in Pflegeberufen oder Frauen in naturwissenschaftlich-mathematischen Bereichen nichts geändert. Rund 60 Prozent der Frauen verdienen hierzulande ihr Geld in „Frauenberufen“, das sind Berufe mit einem Frauenanteil von mindestens 70 Prozent. Männer sind sogar zu rund zwei Dritteln in Männerberufen tätig. Diese Geschlechtertrennung in der Arbeitswelt hat seit dreieinhalb Jahrzehnten nahezu unverändert Bestand, wie eine aktuelle Studie zeigt. Im Gegenteil: In einigen Berufen hat die Spaltung sogar noch zugenommen.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Um mögliche Veränderungen zu entdecken, haben sich zwei Wissenschaftlerinnen vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg den westdeutschen Arbeitsmarkt zwischen 1976 und 2010 angeschaut. Die Trennlinien sind dabei eindeutig: Während die Berufe Arzthelfer oder Erzieher unverändert zu mehr als 90 Prozent von Frauen ergriffen werden, bleiben technische und verarbeitende Tätigkeiten eine Männerdomäne: Schlosser, Tischler, Kraftfahrzeugführer, Monteure und Dreher werden von Frauen größtenteils gemieden. Und weibliche Maurer sind nach wie vor die seltenste Spezies unter den 30 Berufen mit den meisten Beschäftigten in Deutschland.

          Wo die meisten Frauen arbeiten - und wo die meisten Männer
          Wo die meisten Frauen arbeiten - und wo die meisten Männer : Bild: F.A.Z.

          Größere Veränderungen in unterschiedliche Richtungen gab es vor allem bei den Mischberufen: Während Fernsehköche wie Johann Lafer und Tim Mälzer anscheinend einer erheblichen Zahl von Männern den Mund wässrig gemacht haben, legten die Frauen unter den kaufmännischen Angestellten mit Abitur oder Hochschulabschluss deutlich zu.

          Lohnlücke selbst verschuldet

          Die aber insgesamt nach wie vor recht starre Verteilung der Geschlechter führt die Autorinnen zu dem Ergebnis, dass die Frauen durch ihre Neigung zu Tätigkeiten in Dienstleistungsbranchen die bestehende Lohnlücke zu den Männern zu einem guten Teil selbst verursachen. Denn Frauenberufe würden im Durchschnitt deutlich schlechter entlohnt als Männerberufe und böten oftmals geringere Aufstiegsmöglichkeiten und Karrierechancen. Dass Frauen dennoch ihr Verhalten nicht ändern, führen die Autorinnen auch auf „die gesellschaftlich vorherrschenden Rollenmodelle und die bestehenden Verteilungen von Frauen und Männern“ zurück, die die Wahlpräferenzen junger Erwachsener prägen.

          Auch wenn sich an den Ungleichheiten also kaum etwas geändert hat, bleibt doch festzuhalten, dass der Frauenanteil an allen sozialversichert Beschäftigten während des Untersuchungszeitraums von 38 auf 45 Prozent gestiegen ist. „Dabei könnten Frauen auch ihre gestiegenen Bildungsabschlüsse auf dem Arbeitsmarkt nutzen“, schreiben die Forscherinnen. Bei den akademischen Berufen legte ihr Anteil um ganze 16 Prozentpunkte zu, unter anderen hochqualifizierten Tätigkeiten wie Zahntechniker oder Dolmetscher um 9 Punkte. Dagegen sank der Frauenanteil bei den Geringqualifizierten um 5 Prozentpunkte. Zumindest längerfristig könne dies „auch zu einer größeren Beteiligung von Frauen an gut dotierten Führungs- und Managementaufgaben führen“.

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