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Start für Naturwissenschaftler : Das Leben nach der Uni

  • -Aktualisiert am

Netzwerke knüpfen: An der Uni sind Spezialisten oft jahrelang unter sich. Auf dem Arbeitsmarkt sind aber Menschen gefragt, die ihre Fachkenntnisse verständlich vermitteln, sich und ihr Fach verkaufen können. Bild: Lucas Bäuml

Viele Naturwissenschaftler promovieren erst einmal. Aber längst nicht alle können Professoren werden. Nach vielen Jahren an der Uni fällt der Start in der freien Wirtschaft aber oft schwer.

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          Alexander-Cornelius Heinrich beschäftigte sich schon mit Physik, als viele seiner Altersgenossen noch gar nicht wussten, was das ist. Daraus ist eine lebenslange Liebe zu diesem Fach erwachsen. Physik sei für ihn „die grundlegende Wissenschaft“, erklärt der 35 Jahre alte Mann aus Konstanz. „Wenn es um das Entwickeln von Modellen geht – zum Beispiel für die Ausbreitung von Pandemien – sind es oft Physiker, die die Methoden zur Verfügung stellen. Damit können Menschen aus anderen Wissenschaftsdisziplinen das beschreiben und systematisieren, was sie untersuchen.“ Schon mit acht Jahren wurde Alexander-Cornelius Heinrich in Nordrhein-Westfalen Landessieger bei „Schüler experimentieren“, einem naturwissenschaftlichen Wettbewerb für Kinder von der vierten Klasse an. Mit 14 Jahren startete er bei „Jugend forscht“ so richtig durch. In seiner Arbeit ging es um die Frage, wie sich solare Wärmeenergie chemisch anstatt thermisch speichern lässt. Das Verfahren, das er vorschlug, „ermöglicht eine höhere Ausbeute, gerade bei uns, wo die Sonne während langer Wochen im Jahr nicht so stark scheint“, sagt Heinrich.

          Als Jugendlicher gründete er mit zwei anderen Schülern und einem Leistungskurs-Lehrer eine Physik AG und bestand dann seine Vordiplom-Prüfung in Experimentalphysik, noch bevor er sein Abiturzeugnis in den Händen hielt. Inzwischen promoviert Heinrich über Hochleistungslaser, die ultrakurze Lichtimpulse erzeugen – „Grundlagenforschung für elektronische und photonische Bauelemente“, wie er sagt. Seine Zukunft sieht er allerdings nicht an der Uni. Nach der Promotion will er in einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft oder in der Forschungsförderung arbeiten, vielleicht auch in einem Landes- oder Bundesministerium. Auf diesen Karriereschritt bereitet sich Heinrich gründlich vor. Er verschafft sich einen Überblick über den Arbeitsmarkt, knüpft Netzwerke. Das ist auch dringend nötig. Denn in den Bereichen, in die er will, wird zum Teil eine andere Sprache gesprochen.

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