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Beliebte Branchen : Junge Akademiker reizt weiterhin die Autoindustrie

Produktion des i8 in Leipzig Bild: dpa

Unter Uni-Absolventen sind viele deutsche Autohersteller als Arbeitgeber sogar gefragter als Google. Für Unzufriedenheit am Arbeitsplatz sorgt unter den Befragten derweil vor allem der Chef.

          2 Min.

          Die deutsche Autoindustrie hat es derzeit nicht leicht. Auch wer nicht in den Dieselskandal verwickelt ist, muss sich dem Wandel in der Branche stellen. Zu allem Überfluss wurde die IAA nicht nur von Protesten begleitet, sondern endete auch noch mit einer Bilanz von gut 200.000 Besuchern weniger als noch vor zwei Jahren.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Freilich kamen auch dieses Mal noch 560.000 Menschen zur großen Autoschau – und unter jungen Akademikern sind die Autohersteller als Arbeitgeber trotz allem weiterhin gefragt, wie das „Young Professionals Barometer 2019“ des Marktforschungsunternehmens Trendence zeigt, das der F.A.Z. vorab vorlag.

          Auf den Spitzenreiter BMW folgen demnach Zulieferer Bosch, Audi, Daimler und Porsche in der Rangliste der beliebtesten Arbeitgeber. Damit liegen sie vor Google, Siemens oder den großen Beratungsgesellschaften Boston Consulting Group und Mc Kinsey. Volkswagen findet sich indes nur auf Platz 12. Für die Studie wurden 20.551 Akademiker mit bis zu 15 Jahren Berufserfahrung befragt. 63,4 Prozent waren Männer, 36,6 Prozent Frauen. Der Altersdurchschnitt betrug 30 Jahre, während die Befragten im Schnitt 4,5 Jahre Berufserfahrung aufwiesen. 

          Während die befragten Männer im Schnitt auf 67.000 Euro brutto im Jahr kommen, sind es bei den Frauen 56.300 Euro. Die Untersuchung liefert zumindest zwei Ansatzpunkte, die einen Teil dieser Lücke erklären. Unter den Männern waren 5,8 Prozent in Teilzeit beschäftigt, bei den Frauen waren es hingegen 13,1 Prozent. Dazu kommt, dass in den besonders gut vergüteten Branchen vorrangig Männer tätig sind.

          Bei Autoherstellern- und zulieferern liegt der Männeranteil der Studie zufolge bei 76 Prozent, bei Banken und Versicherungen bei 65 und in der Beratungsbranche bei 61 Prozent. Lediglich in der Konsumgüterbranche sind es mit 55 Prozent deutlich mehr Frauen, während das Verhältnis in der Medien-/Werbebranche nahezu ausgeglichen ist. Hier geben auch auffällig viele Mitarbeiter an, mit ihrem Arbeitgeber „eher unzufrieden“ zu sein.

          Als Hauptgrund für Unzufriedenheit am Arbeitsplatz nennen sowohl Männer als auch Frauen schlechten Führungsstil von Seiten der Vorgesetzten (38,1 Prozent, beziehungsweise rund 37 Prozent). Dahinter rangiert der Eindruck, nicht fair bezahlt zu werden, noch dahinter kommen eine generell fehlende Wertschätzung und schlechte Aufstiegschancen. Dies deckt sich mit den Aspekten, die die Befragten bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers besonders beachten. Attraktive Aufgaben, guter Führungsstil und ein faires Gehalt sind hier die wichtigsten Punkte. Eine gute Work-Life-Balance steht hingegen nicht allzu hoch in der Prioritätenliste. Entsprechend bemängeln auch „nur“ etwa 15 Prozent eine unzureichende Work-Life-Balance in ihrem aktuellen Unternehmen.

          Inwieweit die negativen Faktoren mit der Wechselabsicht eines Mitarbeiters in Verbindung stehen, wird nicht weiter erörtert. Aktiv auf der Suche nach einer neuen Stelle sind mit 32 Prozent aber vor allem Angestellte in der Medien-/Werbebranche. Was die Bewerbung selbst angeht, bevorzugen die Befragten derweil eine simple E-Mail mit allen relevanten Unterlagen im Anhang (64 Prozent). Rund 57 Prozent schätzen auch Online-Formulare auf der jeweiligen Unternehmenswebseite. Stellenportale sind dagegen weniger beliebt (24 Prozent), aber stehen immer noch deutlich höher im Kurs als der klassische Brief: Bewerbungen per Post bevorzugen gerade einmal 7 Prozent der Befragten.

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