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Banker : Und ewig lockt das Geld

          5 Min.

          Die Zeiten, als die Mitarbeiter von Banken aufgrund ihrer Arbeitsplatzsicherheit als „Bankbeamte“ bezeichnet wurden, sind lange vorbei. Die Tätigkeit für eine Bank wird nicht mehr als Anstellung auf Lebenszeit verstanden. Das liegt nicht nur an der Söldnermentalität einiger Investmentbanker, die auf der Jagd nach den besten Verdienstmöglichkeiten regelmäßig ihren Arbeitgeber gewechselt haben. Nein, viele Banken müssen den Rotstift ansetzen. Doch was die Attraktivität der Bank als Arbeitgeber seit Ausbruch der Finanzkrise aber noch viel stärker belastet hat, ist der enorme Ansehensverlust der Finanzwirtschaft, nachdem viele Institute die Verluste ihrer Spekulationen nicht mehr tragen konnten und vom Steuerzahler aufgefangen werden mussten. Zur Zielscheibe der Kritik wurde das Kapitalmarktgeschäft, das Investmentbanking.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hier gehört die Deutsche Bank zu den international führenden Häusern. „Wir nehmen den Imageverlust sehr ernst“, berichtet Anke Kirn. Sie ist dafür verantwortlich, dass die Deutsche Bank in ganz Europa neue Mitarbeiter gewinnt. „Deshalb erklären wir verstärkt die wichtige Rolle der Deutschen Bank für Privatkunden und Unternehmen, und wie sich die Bank seit der Finanzkrise entwickelt hat.“ Man müsse auch dagegenhalten, wenn Dinge falsch dargestellt würden. Dazu zählt Kirn etwa die Behauptung, Investmentbanking diene nicht der Realwirtschaft.

          Das Bild des gierigen Bankers, wie ihn Michael Douglas als Gordon Gekko in dem Hollywood-Film „Wall Street“ verkörperte, scheint derzeit unter den Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge dafür zu sorgen, dass nicht mehr viele Herzen höher schlagen. „Je näher das Bankgeschäft an der Realwirtschaft ist, desto attraktiver ist es“, berichtet Rolf Stokburger, Partner der Personalberatung Boyden, von der aktuellen Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt - aus Bewerbersicht. „Für qualifiziertes Personal bleibt die Bank aufgrund der überdurchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten ein attraktiver Arbeitgeber“, fügt er hinzu.

          Hungrig und risikobereit

          Dass das Investmentbanking zugunsten des Privatkundengeschäfts an Beliebtheit verloren hat, kann Deutsche-Bank-Mitarbeiterin Kirn hingegen nicht feststellen: „Schon immer haben sich unterschiedliche Menschen für die beiden Bereiche interessiert.“ Von der Commerzbank wird diese Einschätzung bestätigt. „Eine Veränderung im Berufswunschbild ist nicht erkennbar“, sagt eine Sprecherin. „Unser Investmentbanking ist weiterhin attraktiv für junge Bewerber.“ Die Commerzbank nimmt allerdings für sich in Anspruch, im Vergleich zu anderen Banken besonders kundenfokussiertes Investment Banking mit wenig Eigenleben zu betreiben. Und auch der auf die Besetzung von Top-Positionen in Banken spezialisierte Personalberater Matthias Saenger kann einen Antitrend beim Investmentbanking nicht erkennen. „Meines Erachtens gibt es in jeder noch so prekären Situation genügend junge, motivierte Nachwuchskräfte, welche das Risiko nicht scheuen, sich nicht auf einen sicheren Posten zurückziehen, sondern Leistungs- und Risikobereitschaft an den Tag legen“, sagt er.

          Hungrige und risikobereite Jungbanker wird es also immer geben. Aber wird es für sie auch immer Arbeitsplätze geben? Die Banken müssen aus der Finanzkrise und der schärferen Regulierung ihre Lehren ziehen - und schrumpfen. Vor allem im Investmentbanking streichen die internationalen Institute Tausende von Stellen. Seit Anfang des Jahres wurde in der Branche der Abbau von rund 100.000 Stellen angekündigt. Die Arbeitsplätze hochbezahlter Investmentbanker sind auch deshalb gefährdet, weil ihre in der Öffentlichkeit und von Politikern viel geschmähten Boni gekürzt wurden. Im Gegenzug wurden dann bei vielen die Grundgehälter kräftig erhöht. Das hat dazu geführt, dass nun ein viel höherer Fix-Kostenblock auf den Banken lastet als vor der Krise. Diesen durch die kommenden, vermutlich turbulenten Jahre zu tragen, können sich immer weniger Banken erlauben. Allein am Finanzplatz London dürften in diesem und im kommenden Jahr nach einer Prognose des Forschungsinstituts CRBS 27.000 Stellen wegfallen. Dann würden die Banken in London noch rund 260.000 Menschen beschäftigen. So wenige waren es zuletzt 1998.

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