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Neue Perspektiven : Banker tauschen Wall Street gegen Silicon Valley

Google hat eine neue Mitarbeiterin frisch von der Wall Street. Bild: dpa

Nicht nur junge Menschen fühlen sich von der Technologiebranche angezogen. Auch etablierte Manager kehren New York den Rücken - allen voran eine der mächtigsten Frauen der Wall Street.

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          Die Wall Street hat nicht mehr die Anziehungskraft früherer Tage. Es gab einmal eine Zeit, in der eine Karriere in der Finanzindustrie für viele junge Amerikaner als das ultimative Ziel galt. Aber in den vergangenen Jahren hat sich die kalifornische Technologiehochburg Silicon Valley angeschickt, der Wall Street den Rang abzulaufen. Der Ruf der Banken hat durch die Finanzkrise des vergangenen Jahrzehnts schwer gelitten, auf der anderen Seite haben sagenhafte Erfolgsgeschichten aus der Technologieindustrie das Silicon Valley attraktiver gemacht.

          Nicht nur junge Menschen fühlen sich von der Technologiebranche angezogen. Auch etablierte Manager kehren der Wall Street den Rücken. Kürzlich wurde bekannt, dass Ruth Porat, die bislang bei Morgan Stanley Finanzvorstand war, den gleichen Posten beim Internetkonzern Google übernehmen wird.

          Sie wird dort Nachfolgerin von Patrick Pichette, der vor zwei Wochen seinen Rücktritt angekündigt hat. Vor Porat haben auch schon andere prominente Banker die Seiten gewechselt. Im vergangenen Jahr übernahm Anthony Noto, der zuvor bei Goldman Sachs war, den Posten als Finanzvorstand beim Kurznachrichtendienst Twitter. Noto hatte im Herbst 2013 für Goldman Sachs als führender Banker beim Börsengang von Twitter agiert.

          Eine der mächtigsten Frauen der Wal Street

          Die 57 Jahre alte Porat galt bislang als eine der mächtigsten Frauen an der Wall Street. Die amerikanische Finanzbranche hat zwar noch immer einen Ruf als „Old Boys’ Club“, in dem Männer den Ton angeben, aber in den vergangenen Jahren haben es hier auch viele Frauen in einflussreiche Positionen geschafft, und gerade das Finanzressort ist oft weiblich besetzt. Bei JP Morgan Chase etwa hat Marianne Lake den Posten als Finanzvorstand.

          Ruth Porat wechselte von Morgan Stanley.

          Die Technologiebranche fand sich derweil zuletzt oft wegen des Frauenmangels in ihren Reihen in den Schlagzeilen wieder. Freilich gibt es auch hier einige sehr prominente Frauen in Spitzenpositionen, wie etwa Yahoo-Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer oder Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. Ruth Porat hat Verbindungen ins Silicon Valley. Sie wuchs in der Region auf und studierte Volkswirtschaft an der dortigen Stanford-Universität.

          Bei Morgan Stanley stieg sie 1987 ein. Auch hier hatte sie oft mit der Technologieindustrie zu tun. So war sie an Finanzierungsrunden für einige prominente Technologieunternehmen beteiligt, und sie führte zeitweise das für die Branche zuständige Investmentbanking-Geschäft. Ihr neues Amt bei Google soll sie am 26. Mai antreten. Der bisherige Finanzvorstand Pichette hatte seinen Rückzug damit begründet, dass er nach Jahrzehnten des „nonstop“ Arbeitens Zeit für sein Privatleben haben und verreisen wolle.

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