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Azubi-Mangel : Wo der Nachwuchs fehlt

Lehrlinge dringend gesucht: Je kleiner das Unternehmen, desto eher gilt dieser Satz. Bild: ZB

Viele Unternehmen kämpfen mit Nachwuchssorgen, doch in Kleinstbetrieben ist es am schlimmsten: Wer unter zehn Mitarbeiter hat, geht in Sachen Azubis oft leer aus. Aber liegt es wirklich an der Unternehmensgröße?

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          Die Zahl der Auszubildenden in Deutschland geht seit Jahren zurück. Vor allem Betriebe unter zehn Beschäftigten haben immer größere Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. Das geht aus einer Auswertung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn hervor, die dieser Zeitung vorliegt. In den vergangenen sechs Jahren sank die Zahl der Auszubildenden in Kleinstbetrieben um mehr als 100 000 Personen.

          Maja Brankovic
          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch nicht nur Kleinstbetrieben fällt es immer schwerer, Nachwuchs zu finden. Insgesamt fiel die Zahl der Auszubildenden in Deutschland zwischen 2009 und 2015 von 1,78 Million auf 1,57 Millionen Personen, rechnet das IfM vor.

          Allerdings habe der Rückgang die Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten besonders schwer getroffen: War 2009 noch rund ein Fünftel der Auszubildenden in Kleinstbetrieben beschäftigt, nahm der Anteil bis 2015 um 4 Prozentpunkte ab. Der Anteil an Auszubildenden in Großbetrieben legte dagegen am stärksten zu.

          Probleme, die offenen Stellen zu besetzen

          „Der Grund für diese Entwicklung liegt nicht darin, dass Kleinstbetriebe weniger bereit sind, Ausbildungsplätze anzubieten“, sagt IfM-Präsidentin Friederike Welter. Vielmehr hätten sie größere Probleme, ihre offenen Stellen zu besetzen: So sei zwischen 2011 und 2013 jede zweite von Kleinstbetrieben ausgeschriebene Ausbildungsstelle unbesetzt geblieben - in Großbetrieben blieb nur jede fünfte Stelle offen.

          Eine mögliche Erklärung sei, dass Betriebe unter 10 Beschäftigten oft in den technisch-gewerblichen Bereichen tätig seien, sagt Welter. Jugendliche strebten in dem Bereich immer seltener eine Ausbildung an.

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