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Azubis : Betriebe übernehmen so viele wie nie

Junge Menschen haben derzeit sehr gute Chancen, von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden. Bild: dpa

Seit fast 20 Jahren wurden nicht mehr so viele Auszubildende weiterbeschäftigt, wie 2013 - so eine Untersuchung in 16.000 Unternehmen. Die Studie fördert aber auch Unerfreuliches zutage.

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          Wer in Deutschland eine Berufsausbildung erfolgreich beendet, hat derzeit beste Aussichten am Arbeitsmarkt. Rund zwei Drittel aller Absolventen werden allein von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen, wie aus einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für das vergangene Jahr hervorgeht. Die Übernahmequote war damit auf dem höchsten Stand seit Beginn der Erhebung Mitte der neunziger Jahre.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass sich aus den Daten keine Aussagen für das restliche Drittel machen lassen. Es könne also sein, dass ein Übernahmeangebot bewusst ausgeschlagen wurde - etwa, wenn nach der Lehre ein Studium angeschlossen wird oder attraktivere Angebote von anderen Arbeitgebern vorliegen. Die Übernahme ist auf Druck der Gewerkschaften immer häufiger Gegenstand von Tarifverträgen.

          Die Umfrage unter rund 16.000 Unternehmen hat aber auch weniger Erfreuliches zutage fördert: Es gab nämlich sowohl mehr unversorgte Ausbildungsplatzbewerber als auch offen gebliebene Lehrstellen. Die Wissenschaftler sprechen von „regionalen und beruflichen Passungsproblemen“. Das bedeutet, dass entweder geeignete Kandidaten räumlich weit entfernt von passenden Stellen sind oder dass Bewerber nicht die nötigen Qualifikationen mitbringen.

          Ost-West-Gefälle auch bei ausbildenden Unternehmen

          61 Prozent der betroffenen Unternehmen nannten eine ungenügende Anzahl von geeigneten Kandidaten als Grund für die Nichtbesetzung. Insgesamt konnten 29 Prozent der Betriebe Ausbildungsplätze nicht besetzen. Das waren doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Ostdeutschland ist dabei mit 47 Prozent deutlich stärker betroffen als Westdeutschland mit 25 Prozent. Als ein wichtiger Grund wird der Geburtenknick nach der Wende angeführt, der immer stärker am Ausbildungsmarkt spürbar wird.

          Gleichzeitig waren im September 2013 rund 21 000 Lehrstellenbewerber unversorgt, das bedeutet ein Plus von mehr als 5000 binnen Jahresfrist. Das West-Ost-Gefälle spiegelt sich auch bei den ausbildenden Unternehmen wider. Im Westen ist sowohl der Anteil der ausbildungsberechtigten als auch der tatsächlich ausbildenden Betriebe höher. Während sich im Westen 53 Prozent beteiligen, sind es im Osten nur 42 Prozent (Gesamtdeutschland: 51 Prozent).

          Die IAB-Forscher erklären das auch mit der kleinteiligeren Wirtschaftsstruktur in den neuen Bundesländern. Kleine Betriebe bilden generell seltener aus, weil sie es sich oft nicht leisten können, dafür dauerhaft Facharbeiter und Maschinen bereitzustellen. Viele Kleinbetriebe seien jedoch „in einzelnen Jahren“ ausbildungsbereit.

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