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Neues Ausbildungsjahr beginnt : Viele Betriebe suchen noch dringend neue Lehrlinge

127.015 neue Verträge sind es im Handwerk, 3385 oder 2,7 Prozent mehr als zuvor. Bild: dpa

Nach dem Corona-Jahr 2020 erholt sich der Lehrstellenmarkt allmählich, aber die Krise wirkt noch nach. Freie Berufe sind im neuen Ausbildungsjahr besonders beliebt.

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          Im vergangenen Jahr hatte die Corona-Krise für einen heftigen Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt gesorgt. Verglichen mit 2019, traten 11 Prozent weniger junge Menschen eine Berufsausbildung an. Nun hat sich die Lage etwas gebessert, aber noch nicht normalisiert. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der großen Wirtschafts- und Kammerverbände zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres. Allerdings, so heben sie hervor, seien immer noch viele Lehrstellen frei. Jugendliche könnten also auch jetzt noch ins Ausbildungsjahr 2021/22 starten.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Insgesamt hatten bis Ende September gut 435.000 junge Menschen neue Ausbildungsverträge in Industrie, Handel, Handwerk und den freien Berufen unterschrieben, wie die Auswertung zeigt. Das sind 2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Den prozentual stärksten Zuwachs haben die freien Berufe, also etwa Ärzte, Architekten und Steuerberater: Dort hatten bis Ende September 47.504 angehende Lehrlinge eine Ausbildung begonnen, 4264 oder 9,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

          „Wir brauchen euch in den Betrieben„

          Weniger schwungvoll verlief die Entwicklung im großen Bereich der Indus­trie- und Handelskammern (IHK), zu dem auch die von Kontaktverboten in der Pandemie stark betroffenen Branchen wie das Gastgewerbe zählen. Dort kamen insgesamt 260.864 neue Verträge zustande, 1027 oder 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Weitere 127.015 neue Verträge sind es im Handwerk, 3385 oder 2,7 Prozent mehr als zuvor.

          Dass die Erholung bisher nicht stärker ausfiel, wird auch damit erklärt, dass die wichtige Phase der Lehrstellenvermittlung im Frühjahr noch vom Lockdown überlagert war. Es gab daher weniger Berufsberatung in Schulen, weniger Ausbildungsmessen und weniger Praktika. Auch deshalb setzen die Verbände nun aber noch stark auf die sogenannte Nachvermittlung.

          Freie Berufe gefragt

          „Die wichtige Botschaft ist jetzt: Es ist noch nicht zu spät, einen Vertrag für das Ausbildungsjahr 2021/2022 abzuschließen“, erklärte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. Ebenso Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) – sein Aufruf an junge Menschen: „Wir brauchen euch in den Betrieben. Deshalb meldet euch auch jetzt noch bei uns.“

          Ähnlich sieht es laut dem Handwerkspräsidenten in den 130 Handwerksberufen aus. Besonders erfreut zeigte sich Friedemann Schmidt, neuer Präsident des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB). Das große Interesse an Praxen, Kanzleien, Büros und Apotheken sei „gerade angesichts des immer stärker spürbaren Fachkräftemangels“ ein ermutigendes Zeichen.  

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