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Streit um Arbeitszeiten : Weniger ist nicht mehr

  • -Aktualisiert am

Wie viel Arbeit, wie viel Freizeit - das wird aktuell in Japan stark hinterfragt. Bild: Reuters

Das Experiment von Microsoft zur Vier-Tage-Woche hat auch hierzulande Interesse geweckt. Werden wir wirklich produktiver, wenn wir weniger arbeiten? Und wie viel weniger darf’s denn sein?

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          Viele Japaner haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie Urlaub nehmen. Kein Wunder, dass das Experiment von Microsoft Japan, die Vier-Tage-Woche auszuprobieren, Interesse weckte. Vor allem deshalb: Die Produktivität der Mitarbeiter war gestiegen.

          Bald fragte auch hierzulande mancher: Warum machen wir das nicht genauso? Denn das Experiment trifft den Zeitgeist: Kürzlich füllte der Unternehmer Lasse Rheingans Schlagzeilen, weil er seine Mitarbeiter um 13 Uhr in den Feierabend schickt – mit angeblich gleicher Produktivität.

          Selbstverständlich brauchen Mitarbeiter Erholung und die Chance, Beruf und Familie zu vereinbaren. Trotzdem ist eine Verkürzung von Arbeitszeit kein Allheilmittel. Produktivität hängt an so vielem mehr: An guten Chefs, am Team, an der Ausrüstung, an Weiterbildungen, an den Chancen, eigene Ideen einzubringen und, und, und...

          Eine kürzere Arbeitswoche ist auch in manchen Berufen schwer denkbar: Eine Ärztin, die nur an vier Tagen operiert, wird Patienten haben, die länger warten und länger leiden.

          Und wie viel weniger genau soll es eigentlich sein? Warum nicht die Drei-Tage-Woche? Oder zwölf Wochen Urlaub im Jahr? Wo ist die Grenze? Weniger ist mehr – ein schönes Sprichwort. Aber keine Gleichung, die einfach so aufgeht.

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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