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Arbeitsmarkt : Mehr unbefristete Vollzeitstellen

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Auf zum Jobcenter: Nicht nur in der Leiharbeit gibt es mehr Stellen. Bild: dpa

Vom Arbeitsmarkt gab es zuletzt fast nur Gutes zu berichten. Aber wo genau sind die vielen neuen Stellen entstanden? Nur in der Leiharbeit und bei geringfügig Beschäftigten oder auch anderswo?

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          In Deutschland sind im vergangenen Jahr 808.000 zusätzliche Normalarbeitsstellen entstanden. Die Zahl der Erwerbstätigen in einem sogenannten Normalarbeitsverhältnis – unbefristet, voll sozialversicherungspflichtig mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden – stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 25,6 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Zugleich erhöhte sich die Zahl der Menschen in sogenannter atypischer Beschäftigung um 121.000 auf 7,7 Millionen. Darunter verstehen die Statistiker Leiharbeiter, befristet oder geringfügig Beschäftigte sowie Arbeitnehmer in Teilzeit mit weniger als 20 Stunden.

          Am prozentualen Anteil der atypisch Beschäftigten hat sich damit nichts geändert: Weiterhin ging gut jeder fünfte Erwerbstätige (20,7 Prozent) zwischen 15 bis 64 Jahren den Angaben einer atypischen Beschäftigung nach; so war es auch in den beiden Jahren zuvor. Der Anteil der Normalarbeitsverhältnisse lag mit 69,2 Prozent ebenfalls in etwa auf dem Vorjahresniveau (68,7 Prozent). Die übrigen sind Selbstständige und mithelfende Familienangehörige.

          Der Mindestlohn wirkt in den typischen Niedriglohnbranchen

          In den typischen Niedriglohnbranchen wirkt der 2015 eingeführte gesetzliche Mindestlohn, wie das Statistische Bundesamt ebenfalls an diesem Mittwoch mit neuen Zahlen darlegte. Die damalige gesetzliche Untergrenze von 8,50 Euro hat diesen Daten zufolge bis Juni 2017 beispielsweise dazu geführt, dass die Gehälter in den unteren Tarifgruppen des Gastgewerbes deutlich angestiegen sind. Der Abstand zu den höchsten Gehältern in der Branche verringerte sich um 7,2 Prozent, wie das Amt berichtete.

          In der höchsten Tarifgruppe des Gastgewerbes kann man noch gut das Doppelte der untersten Gruppe verdienen. Ohnehin ist die Spreizung der Tariflöhne in den Niedriglohnbranchen geringer als anderswo. Die größten Gehaltsunterschiede gibt es der Untersuchung zufolge im Wirtschaftsbereich Erziehung und Unterricht. Dort sind die höchsten Tarifstufen mehr als vier Mal so hoch wie die niedrigsten. In Niedriglohnbranchen beträgt der Faktor im Schnitt nur das 2,4-Fache, in der Gesamtwirtschaft das Dreifache.

          Der Mindestlohn beträgt nach einer ersten Anpassung inzwischen 8,84 Euro in der Stunde.

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