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Arbeitsmarkt : Keiner will in den Osten

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Dresden - hier die Frauenkirche - hat einigermaßen gute Chancen. Bild: fotolia

Ostdeutsche Betriebe haben es nicht leicht im Wettbewerb um Führungskräfte. Die wollen lieber im Westen arbeiten. Die Folge: Die Unternehmen suchen länger und verlassen sich zunehmend auf externe Berater.

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          Im Wettbewerb um Führungskräfte haben ostdeutsche Unternehmen einer Studie zufolge schlechtere Karten als Betriebe im Westen. Grund seien geringere Budgets der Betriebe sowie vielerorts eine mangelnde Attraktivität der Region, teilte ein Sprecher der Friedrich-Schiller-Universität Jena am Montag mit.

          Laut einer Studie der Soziologin Katharina Bluhm suchten 54 Prozent der Unternehmen im Osten länger als vier Monate nach Führungskräften; im Westen lag der Anteil nur bei 43 Prozent. Für die Untersuchung wurden im vergangenen Frühjahr 311 Betriebe mit 50 bis 1.000 Mitarbeitern befragt.

          Arbeitsagentur kommt häufiger zum Einsatz

          Auf der Suche nach Führungskräften nutzt demnach etwa jedes dritte Unternehmen im Osten einen sogenannten Headhunter, der Spitzenkräfte durch gezielte Abwerbung etwa aus anderen Unternehmen vermittelt. Im Westen machte jedes zweite Unternehmen davon Gebrauch. Die Vermittlung über die Agentur für Arbeit erfolgt im Osten deutlich häufiger (26 Prozent) als im Westen (10 Prozent).

          Hinderlich bei der Rekrutierung wirkten sich die schlechteren Standortbedingungen im Osten sowie die geringeren Gehälter aus. Lediglich in Regionen wie Jena, Leipzig und Dresden würden die Standortbedingungen von den Unternehmern positiv eingeschätzt, hieß es.

          Zwar sei derzeit noch kein genereller Mangel an Führungskräften festzustellen, sagte Bluhm laut Mitteilung. Doch werde es angesichts des demografischen Wandels künftig schwieriger, geeignete Führungskräfte zu finden. „Ein intelligenter Ausbau der Standortvorteile wird vor diesem Hintergrund umso wichtiger.“

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