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Anarchie im Büro : Arbeiten ohne Chef – geht das?

Pioniere oder Freaks? Beim Berliner Start-up Einhorn hat nicht einmal Gründer Waldemar Zeiler das Sagen. Bild: Hannes Jung

Urlaub, so viel das Herz begehrt, keine lästigen Aufgaben, Gehaltszettel nach Wunsch: Unternehmen ohne Hierarchie sind das neue Ding. Ob das funktioniert, ist eine andere Frage.

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          Markus Wörner ist heute früher dran als sonst. Normalerweise trudelt er um die Mittagszeit an seinem Arbeitsplatz in Berlin-Kreuzberg ein. Für den Termin mit der Presse kam er schon um halb zehn ins Büro. Wörner ist kein Frühaufsteher, die ersten Mails am Morgen beantwortet er lieber in Jogginghose von zu Hause aus. Sein Arbeitgeber, das Start-up Einhorn, hat nichts dagegen. Mehr noch: Es ist ihm egal. Wörner kann selbst entscheiden, wie er seinen Arbeitstag gestaltet, denn bei Einhorn gibt es keine Vorgaben, keine Hierarchien und keinen Chef. So haben es Waldemar Zeiler und Philip Siefer kurz nach Gründung ihres Start-ups festgehalten.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wörner sitzt auf der Couch eines verwinkelten Besprechungszimmers, an dessen Tür ein großer hölzerner Penis als Türknauf dient. Überhaupt ähnelt das gesamte Einhorn-Büro einem Wimmelbild voller männlicher und weiblicher Genitalien. Das klingt schräg, hat aber in diesem Fall einen plausiblen Hintergrund. Einhorn stellt vegane Kondome und Periodenprodukte her. Damit ist das Unternehmen sehr erfolgreich: Ohne fremde Investoren ins Boot holen zu müssen, war Einhorn schon zwölf Monate nach der Gründung im Jahr 2015 profitabel. Das Startkapital von 100.000 Euro sammelten Zeiler und Siefer über eine Crowdfunding-Kampagne ein. Im Jahr 2018 lag der Umsatz bei 2,5 Millionen Euro. Dieses Jahr soll er auf 4 Millionen steigen.

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