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Studie mit Kindern : Mütter und Väter sollen gleich viel arbeiten

Wenn auch der Papa spült: Der Studie zufolge finden Kinder das gerecht. Bild: Picture-Alliance

Sollen sich Mutter und Vater Erziehung und Beruf gerecht teilen? In einer nicht repräsentativen Studie, in der auch Kinder dazu befragt wurden, kommt heraus: Der Nachwuchs findet das gut. Der Familienministerin kommt das zupass.

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          Kinder empfinden es nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) als gerecht, wenn Mütter und Väter gleich viel arbeiten. Barley stützt sich dabei auf eine Studie, für die 43 Schulkinder befragt wurden. Sie wertet dies auch als Bestätigung der SPD-Pläne für eine staatlich geförderte „Familienarbeitszeit“. Eltern, die beide im Beruf stehen und beide Wochenarbeitszeiten zwischen 26 und 36 Stunden haben, sollen nach diesen Plänen künftig zwei Jahre lang je 150 Euro im Monat vom Staat bekommen – insgesamt also bis zu 7200 Euro.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          „Die Befragung zeigt: Kinder finden es gut, im Alltag ähnlich viel Zeit mit beiden Eltern zu haben“, teilte die Ministerin am Mittwoch mit. „Mit der Familienarbeitszeit machen wir Müttern und Vätern ein Angebot, damit sie mehr Zeit für Kinder und Familie haben.“ Auf diese Weise würden Familien und familiäre Bindungen gestärkt. Daneben wünschen sich der Studie zufolge auch viele Eltern eine „partnerschaftliche Vereinbarkeit“. Darunter wird verstanden, dass beide Elternteile etwa 30 Stunden je Woche arbeiten.

          Eltern und Schulkinder befragt

          Für die Erkenntnisse wurden im Rahmen eines vom Ministerium geförderten Forschungsprojekts insgesamt 56 Eltern und 43 Schulkinder aus ganz Deutschland durch das Berliner Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer (Sowitra) interviewt. Dabei handelte es sich nach Mitteilung des Ministeriums überwiegend um Familien, in denen Mütter und Väter zwischen 28 und 36 Wochenstunden arbeiten und sich die Zeit für die Familie teilen.

          Die SPD und die Ministerin begründen ihre politischen Pläne damit, dass es sich nicht alle Eltern leisten könnten, im Beruf auf eine sogenannte verkürzte Vollzeit zu wechseln. „Eine finanzielle Unterstützung, wie sie die Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld bieten würde, könnte auch Familien mit geringen Einkommen ermöglichen, partnerschaftliche Vereinbarkeit umzusetzen“, teilte das Ministerium mit.

          In einem der amtlichen Veröffentlichung vorgeschalteten Interview mit der „Funke-Mediengruppe“ hatte Barley ihre politischen Folgerungen noch deutlicher benannt. „Das Konzept vom Vater, der abends nach Hause kommt, wenn die Kinder schon schlafen, hat ausgedient“, ließ sie sich zitieren.

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