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Analyse zur Arbeitszeit : Weniger Wachstum, weniger Überstunden

  • Aktualisiert am

Arbeiten kann man in manchem Beruf theoretisch die ganze Zeit. Bild: dpa

Die deutsche Wirtschaft wächst langsamer, das spüren auch die Arbeitnehmer. Doch eine Folge daraus dürfte manch einer gar nicht so schlimm finden.

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          Die abflauende Konjunktur macht sich für die Beschäftigten auch bei der Arbeitszeit bemerkbar. So sind die bezahlten und unbezahlten Überstunden je Arbeitnehmer im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahr jeweils um 0,4 Stunden gesunken, wie eine Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt.

          Insgesamt kamen die beschäftigten im Zeitraum von Januar bis April auf im Schnitt auf 6,4 bezahlte und 6,0 unbezahlte Überstunden. Die gesamte Arbeitszeit pro Erwerbstätigen stieg im ersten Quartal derweil um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 347,9 Stunden. Gestiegen ist auch die Gesamtarbeitszeit der Beschäftigen gegenüber dem Vorjahreszeitraum, und zwar um 1,5 Prozent auf 15,6 Milliarden Stunden.

          Arbeitsmarkt weiter stark

          Das schwächere Wirtschaftswachstum hat auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Entgegen die Erwartungen vieler Fachleute stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum April überraschend um 7000 auf 2,236 Millionen an. Diese Zahl resultiert allerdings nicht nur aus dem konjunkturellen Abschwung, sondern hat auch mit einem Sondereffekt zu tun.

          Auf Druck des Bundesrechnungshofs haben nämlich die gemeinsam von der Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen geführten Jobcenter ihre Angaben über die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung („Hartz IV“) korrigiert. Dieser hatte vor einiger Zeit moniert, die Jobcenter würden den Status von Leistungsbeziehern zum Teil nicht korrekt melden, weshalb geschätzt 115.000 Arbeitslose in der offiziellen Statistik nicht auftauchten.

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