https://www.faz.net/-gyl-9ps28

Begehrte Fachkräfte : Amazon sucht ehemalige Soldaten

  • Aktualisiert am

Fallschirmjäger der Bundeswehr bei der Übung Bild: dpa

Der Konzern wirbt für ein neues Verteilzentrum gezielt um Soldaten als Fach- und Führungskräfte. Auch andere Unternehmen gehen diesen Weg.

          1 Min.

          Für sein neues Verteilzentrum in Wunstorf bei Hannover setzt der Online-Versandhändler Amazon auch auf ehemalige-Soldaten als Führungskräfte. „Die Einstellung von Personal aus dem Militär ist Bestandteil unseres Plans, die Führungskräfte der Zukunft zu finden“, heißt es in Stellenangeboten des amerikanischen Konzerns. Schon seit 2010 richte sich Amazon gezielt an ehemalige Fach- und Führungskräfte des Militärs, und zwar nicht nur in Deutschland sondern auch in Großbritannien, Frankreich und Spanien, sagte ein Amazon-Sprecher am Montag. „Wir merken, dass wir da gute Erfahrungen gemacht haben.“ Ehemalige Zeitsoldaten seien wegen ihrer Erfahrung mit Technik und Logistik und der Teamführung gefragt.

          Die Bundeswehr unterstützt mit einem Berufsförderungsdienst den Übergang in den zivilen Arbeitsmarkt; bei ihm können sich Bewerber registrieren lassen. Auf Anfrage von Unternehmen werden diese dann vermittelt. Für Führungspositionen in den Logistikzentren werden ehemalige Mannschaftssoldaten, Feldwebel, Unteroffiziere und Offiziere gesucht, berichtete die „Bild“-Zeitung.

          Noch in diesem Herbst soll bei Wunstorf das Verteilzentrum mit 200 Arbeitsplätzen entstehen. Amazon will an dem Standort mit rund 500 Fahrern von etwa zehn Lieferpartnern zusammenarbeiten, um eine schnelle Paketzustellung zu ermöglichen. Auch andere Unternehmen setzen auf militärisch ausgebildete Arbeitnehmer. Der Discounter Aldi wirbt seit dem Jahr 2015 um Reservisten und ehemalige Soldaten.

          BMW buhlt um Elitesoldaten

          Der Autohersteller BMW buhlt derweil in den Vereinigten Staaten sogar um Elitesoldaten, die aus der Armee ausscheiden. Diese sollen in den Werkstätten der Autohäuser arbeiten. „Die Veteranen der Marines sind genau die richtigen Kandidaten für unsere Ausbildung“, erklärte Ende Juli ein BMW-Sprecher gegenüber der F.A.S. Der Konzern will unter anderem auf diesem Weg den Fachkräftemangel bekämpfen.

          BMW wirbt allerdings nicht direkt um die potentiellen Arbeitskräfte. Auch das amerikanische Militär unterstützt ausscheidende Soldaten mit eigenen Kursen, um ihnen nach dem Dienst in der Armee eine berufliche Perspektive zu bieten. An diesem Programm ist BMW seit vorigem Jahr beteiligt. Im kalifornischen Pendleton werden die ausgesuchten Soldaten 16 Wochen lang zu Automechanikern ausgebildet, bezahlt werden sie in der Zeit noch aus dem Verteidigungshaushalt.

          Bislang haben drei Jahrgänge die Schulung absolviert, der vierte soll im Herbst fertig werden. Geht es nach BMW soll das Projekt weiter ausgebaut werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In der indischen Stadt Ahmedabad nimmt ein Arzt einen Abstrich von einem möglicherweise erkrankten Patienten.

          Indien : Die Apotheke der Welt öffnet ihre Tür

          Nach den Drohungen des amerikanischen Präsidenten exportiert Indien nun doch wichtige Corona-Medikamente an bedürftige Länder. Die Tür zur Apotheke der Welt ist aber nur einen Spalt breit geöffnet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.