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Aktuelle Umfrage : Arbeitende Eltern sind von Gewissensbissen geplagt

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Karriere und Familie: Wer seine Zeit aufteilt, leidet häufig unter einem schlechten Gewissen. Bild: dpa

Der Kita-Streik zeigt ganz aktuell: Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen bleibt schwer. Und führt oft zu Gewissensbissen, wie nun eine Studie zeigt. Ob da Teilzeit wirklich hilft?

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          Im Kita-Streik ist das Thema einmal wieder hochgekocht: Wie steht es mittlerweile um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Kommt nicht immer irgendwer oder irgendetwas ins Hintertreffen: Kinder, Beruf, Partner, Freunde, Hobbies? Eine neue Studie hat die Frage einmal anders gestellt: Sind diejenigen, die tatsächlich alles unter einen Hut bringen zufrieden? Oder sind sie geplagt von Gewissensbissen, weil sie für alles Zeit haben, aber eben nur wenig Zeit?

          Die Mehrheit der Eltern empfindet solche Gewissensbisse. 56 Prozent der berufstätigen Mütter und Väter kämpfen damit, zeigt die repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Online-Lernspezialisten Scoyo unter berufstätigen Eltern von Kindern zwischen sechs und 14 Jahren. Vor allem wegen der Kinder machen sich die Befragten Gedanken: 52 Prozent haben immer wieder das Gefühl, zu wenig Zeit mit ihren Söhnen und Töchtern zu verbringen.

          Fast die Hälfte aller Eltern (49 Prozent) hat auch sich selbst gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil sie als Mütter oder Väter die eigenen Interessen vernachlässigen. 45 Prozent befürchten zudem, dass sie zu wenig für ihren Partner oder ihre Partnerin da sind. 42 Prozent der Befragten berichten von einem schlechten Gewissen, weil sie ihren Beruf sehr wichtig nehmen. 41 Prozent glauben zudem, dass sie ihre Kinder schulisch zu wenig unterstützen. Etwas weniger Bedeutung messen die Eltern ihrer eigenen beruflichen Weiterentwicklung bei: Nur etwas mehr als jeder dritte Elternteil befürchtet, die eigene Karriere zu wenig voranzutreiben.

          Auch Teilzeit-Arbeiter haben Gewissensbisse

          Das schlechte Gewissen trifft fast alle gleich stark: Männer wie Frauen, Stadtbewohner genau wie die Eltern auf dem Land, ältere wie junge. Auch der Bildungshintergrund macht keinen Unterschied. Überdurchschnittlich oft sind dagegen Alleinerziehende betroffen. Das ist plausibel; schließlich haben sie niemanden, mit dem sie die beruflichen und familiären Pflichten teilen könnten.

          Überraschendes fördert die Studie zum Thema Teilzeitarbeit zutage. Denn auch eine Reduktion der Wochenarbeitszeit zugunsten der Familie verbessert die Situation offenbar kaum: 55 Prozent der befragten Teilzeit-Berufstätigen kennen die Schuldgefühle genauso wie 56 Prozent der Vollzeit-Beschäftigten.

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