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Überqualifizierte Akademiker : Endstation Call Center

  • -Aktualisiert am

Nicht alle überqualifizierten Akademiker sind unzufrieden mit ihrer Arbeit. Einigen, wie beispielsweise Mario, gefällt ihr Job. (Symbolbild) Bild: dpa

Ob Taxifahrer, Kellner oder Verkäufer am Telefon: Fast jeder vierte Akademiker hat eine Stelle, für die er überqualifiziert ist. Nicht alle sind damit unzufrieden.

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          Mario hat sein Wunschfach studiert, Ethnologie. Doch nach seinem Uni-Examen Ende der neunziger Jahre hat er nicht einen einzigen Tag als Ethnologe gearbeitet. Gegenwärtig ist er in einem Call Center angestellt. Dort kommt er auf 20 Stunden je Woche für ein dreistelliges Monatsgehalt. Das Call Center betreut die Kunden von Unternehmen, die im Internet etwas verkaufen wollen. Wenn die Kunden per Telefon etwas fragen oder reklamieren möchten, landen sie bei Mario.

          Auf die Frage, ob er als Call-Center-Agent nicht überqualifiziert sei, schüttelt der 53 Jahre alte Mann den Kopf. Er sei „mit komplizierten Problemen konfrontiert“ und habe auch jüngere Kollegen, die davon mehr Ahnung hätten als er, auch, weil sie den gleichen Job in Vollzeit erledigten. Mario möchte in Teilzeit bleiben, weil er sich so um seine schwerkranke Lebensgefährtin kümmern, Bücher lesen, Freunde treffen, Filme anschauen und sich Gedanken über die Welt machen kann. Er ist genügsam. Seit Jahren bezieht er Wohngeld. Wenn sein Konto einmal leer ist, arbeitet er in einer sozialen Einrichtung für Menschen, die keine Wohnung haben. Für jede Schicht erhält er eine Aufwandsentschädigung. Zusammen mit dem Call-Center-Gehalt reicht das sogar aus, um alle paar Jahre eine Reise zu machen.

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