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Bologna-Reform : Bachelor-Studenten haben es eilig

Schnelle Bachelors: 60 Prozent schließen ihr Studium in Regelstudienzeit ab Bild: dpa

Ein Ziel der Bologna-Reform war, dass Absolventen schneller auf den Arbeitsmarkt gelangen. Neue Zahlen zeigen, dass dies auch gelingt.

          2 Min.

          Schneller sollten die Studenten studieren - das war ein wichtiges Ziel der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master. Denn wer seinen Bachelor in der Regelstudienzeit - meistes sind es sechs, manchmal sieben Semester - absolviert, kann schon jung in den Beruf einsteigen. Die Hochschulpolitiker haben dieses Ziel offenbar erreicht: Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigen, dass die Studenten in den neuen Studiengängen besonders zügig studieren. Im Durchschnitt schafften im Jahr 2010 39Prozent der Studenten ihren Abschluss innerhalb der Regelstudienzeit - in den Bachelor-Studiengängen waren es mit 60 Prozent freilich weitaus mehr. Auch den Master absolvierte noch knapp die Hälfte in der Regelstudienzeit. Lehramtsstudenten schafften ihre Abschlussprüfung hingegen nur zu 33 Prozent in der vorgegebenen Zeit; in den herkömmlichen Diplomstudiengängen an den Fachhochschulen waren es 30 Prozent der Studenten, an den Universitäten sogar nur 20 Prozent.

          Lisa Becker

          Redakteurin in der Wirtschaft

          Ein Universitätsdiplom wurde 2010 nach einer Gesamtstudiendauer von zwölf Semestern erreicht - ein Semester weniger als zehn Jahre zuvor. Für das FH-Diplom brauchten die Studenten im Durchschnitt neun Semester. Lehramtsstudenten verbrachten bis zum ersten Staatsexamen elf Semester an der Hochschule, ein Masterabschluss wurde inklusive vorherigem Bachelor in elf Semestern erreicht. Für den Bachelor selbst brauchten die Studenten knapp sieben Semester.

          Bachelor-Studenten studieren sehr zügig

          Damit stehen dem Arbeitsmarkt schon nach kurzer Zeit Absolventen zur Verfügung: Zum einen studieren die Bachelor-Studenten sehr zügig, und zum andern geben viele Unternehmen an, dass ihnen der Bachelor für den Einstieg in den Beruf vollkommen ausreicht. Allerdings schließen viele Bachelor-Absolventen noch ein Masterstudium an.

          Die zügigsten Bachelor-Studenten findet man im Fach Biologie: 2010 schlossen 78 Prozent ihr Studium in der Regelstudienzeit ab, in den Wirtschaftswissenschaften waren es 60 Prozent, in Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik hingegen nur knapp die Hälfte. Besonders schnell waren die Studenten im Saarland, am wenigsten schnell in Schleswig-Holstein.

          Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen außerdem, dass immer mehr Menschen in Deutschland studieren können: 2010 hätte jeder zweite Schulabsolvent, gemessen an den Gleichaltrigen in der Bevölkerung, ein Studium aufnehmen dürfen. Gegenüber dem Jahr 2000 ist das ein Anstieg von 12 Prozentpunkten. Besonders hoch war die Studienberechtigtenquote mit 57 Prozent in Nordrhein-Westfalen.

          Vierzig Prozent der Menschen, die 2010 die Hochschulreife erworben hatten, begannen im gleichen Jahr ein Studium. Drei von zehn erreichten 2010, gemessen an ihrer Altersgruppe, einen (ersten) Hochschulabschluss. 2000 lag dieser Anteil erst bei 17 Prozent. Der Wissenschaftsrat empfiehlt, diese Absolventenquote weiter auf 35 Prozent zu steigern: Nur so könne der zunehmende Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften gedeckt werden.

          Erfolgreiche Frauen

          Große Hoffnungen ruhen da auf den Frauen, denn die sind nach Angaben der Statistiker erfolgreicher. 77 Prozent aller Studentinnen, die 2002 das Studium begonnen hatten, hatten es bis 2010 erfolgreich abgeschlossen, bei den Studenten lag dieser Anteil 5 Prozentpunkte niedriger. Über beide Geschlechter war die Erfolgsquote in Mathematik/Naturwissenschaften mit 65Prozent am niedrigsten.

          Auch machen immer mehr Frauen ihren Doktor. 2010 lag ihr Anteil an den Promotionen bei 44 Prozent; 2000 waren es erst 34 Prozent gewesen. Ihr Anteil an den Habilitationen betrug nur knapp 25 Prozent, war jedoch immerhin 7 Prozentpunkte höher als zehn Jahre zuvor. Unter den Professoren ist ein Fünftel weiblich.

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