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Bildungs-Meldungen : Schule schafft Leih-Burkinis an

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die nordrhein-westfälische Schulministerin kritisiert ein Gymnasium, das Leih-Burkinis für muslimische Schülerinnen angeschafft hat. NRW stellt 600 Schulsozialpädagogen ein, Hessen fördert handgeschriebene Liebesbriefe.

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          Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat die Entscheidung eines Gymnasiums in Herne kritisiert, Leih-Burkinis für muslimische Schülerinnen zu erwerben. Zwar zähle es zu den Aufgaben eigenverantwortlicher Schulen, auf Herausforderungen lebenspraktisch zu reagieren, „aber die Beschaffung von Burkinis gehört nicht zu den Grundaufgaben einer Schule“, sagte die Ministerin. Laut einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ hat das Herner Pestalozzi-Gymnasium mit Spendengeld insgesamt 20 Burkinis beschafft. Bei Burkinis handelt es sich um eine figurumhüllende Badebekleidung, die bis auf Gesicht, Hände und Füße alle Körperteile bedeckt.

          Seit es die Burkinis an der Schule gebe, die kostenlos ausgeliehen werden können, habe keine Muslima mehr eine Ausrede, nicht am Schwimmunterricht teilnehmen zu können, sagte der Schuldirektor der Zeitung. Spätestens in der Mittelstufe sei das Schwimmen für viele junge muslimische Schülerinnen ein Problem, mit der Flüchtlingswelle habe sich das noch verschärft. „Bei uns soll jeder Schwimmen lernen, und dafür schaffe ich die Bedingungen“, so der Rektor. Schulministerin Gebauer dagegen betonte, dass sich die Schulpflicht auch auf den Schwimmunterricht erstrecke. „Es ist juristisch eindeutig geklärt, dass auch muslimische Schülerinnen dieser Verpflichtung nachkommen müssen.“ Auch einen Anspruch auf geschlechtergetrennten Schwimmunterricht gebe es nicht. (reb.)

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          Mehr Schulsozialpädagogen

          Nordrhein-Westfalen will die Zahl der Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte an Grundschulen von um die 600 auf 1200 erhöhen. Bei der Maßnahme handle es sich um einen wichtigen Teil des „Masterplans Grundschule“ der schwarz-gelben Landesregierung, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag. Sozialpädagogen unterstützen Lehrer im Unterricht, erstellen individuelle Förderpläne und begleiten einzelne Kinder, damit sie dem Unterricht besser folgen können. Besonders in den ersten Schuljahren sei der Einsatz von Sozialpädagogen wichtig, weil die Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen an die Grundschulen kämen, sagte die Ministerin. Die Verteilung der Stellen wird in Nordrhein-Westfalen zu 70 Prozent nach sozialen Kriterien und zu 30 Prozent nach der Schülerzahl berechnet. (reb.)

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          Liebesbrief in Handschrift

          Die Beteiligten haben sich der Aufgabe verschrieben, auch im wortwörtlichen Sinne: Es geht ihnen um die Förderung der Handschrift. „Jugendliche müssen zuerst mit Kopf, Herz und Hand schreiben lernen, um dann mit Laptop und Tastatur arbeiten zu können, nicht umgekehrt“, sagt Heinz Kroehl. Der Kommunikationswissenschaftler und Kunstexperte ist Mitgründer der „Stiftung Handschrift“. Gestern stellte er in Frankfurt zusammen mit seiner Mitstreiterin, der ehemaligen Wiesbadener Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz, und dem hessischen Kultusminister Alexander Lorz (beide CDU) die Initiativen zur Förderung der Schreibkultur vor.

          Zum einen ruft die Stiftung, die aus der vor neun Jahren gegründeten Written Art Foundation hervorgegangen ist, für den 14. September dieses Jahres den ersten „Tag der Handschrift“ aus, zum anderen findet ein Schulschreib-Wettbewerb zum Thema „Liebe“ statt. Inhaltlich muss es nicht unbedingt um die Liebe zu einer Person gehen, wie Scholz sagt. Die Schüler können auch ihre Leidenschaft für einen Gegenstand, ein Haustier, eine Stadt oder ein Hobby thematisieren. Auf jeden Fall aber sollten die Briefe liebevoll geschrieben sein – hinsichtlich von Inhalt, Aufbau und Sprache, aber auch im Hinblick auf das Schriftbild. Dazu gehört, nicht zum Kuli, sondern zum Füller zu greifen.

          Angemeldet zur Teilnahme haben sich 141 hessische Schulen. Rund 7400 Kinder und Jugendliche von der fünften bis zur zehnten Klasse, von der Förderschule bis zum Gymnasium sind dabei. Möglich wurde das auch durch die Unterstützung des Kultusministeriums. „Die Handschrift ist ein wertvolles und grundlegendes Kulturgut, das auch die Individualität des Menschen zeigt“, sagt Lorz. Ein Wettbewerb sei ein gutes Instrument, die Schüler zu motivieren, sich intensiver mit diesem Kulturgut zu beschäftigen.

          Einen Widerspruch zwischen dem vom Kultusministerium geförderten Vordringen von digitalen Medien in den Unterricht und der Initiative für das Handschreiben kann Lorz nicht erkennen. „Das eine schließt das andere nicht aus.“ Gleichwohl müsse das Beherrschen der Handschrift dem regelmäßigen Umgang mit Smartphone und Tablet vorausgehen. Zwar gebe das Land den Grundschulen nicht vor, welche Schriften sie verwenden sollten, allerdings müsse laut Bildungsstandards neben der Druckschrift auch eine verbundene Schrift gelehrt werden. Der Schwerpunkt der landesweiten Digitalisierungsoffensive liege bewusst auf den weiterführenden Schulen. (trau.)

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