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Ein „Klassiker“ im Wandel : Der neue Betriebsausflug

  • -Aktualisiert am

Erst die Arbeit, dann das Wandern: Betriebsausflug bei Bosch im Jahr 1896 Bild: Bosch

„Fressen, Saufen, Cha-Cha-Cha“ – das war einmal. Heute sind andere Dinge im Trend. Der gute alte Betriebsausflug steht infrage. Genau das könnte seine Chance sein.

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          Zehn Vermögensverwalter tauschen den Arbeitsplatz in der Innenstadt gegen einen Garten im Randbezirk. Tagesziel ist es, für eine Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung Hochbeete zu bauen. Die Mitarbeiter heben aus, messen, verschrauben – für Kopfarbeiter ungewohnt. Und in jeder Hinsicht ein Rollentausch: Wie man dicke Bretter bohrt, lassen sich die Finanzberater von Freiwilligen zeigen. Als am Nachmittag die Chefs der Vermögensverwaltung vorbeischauen und sich trotz weißer Turnschuhe an die schmutzige Arbeit machen, ist die Begeisterung groß. Die Kollegen mal von einer neuen Seite kennenlernen, andere unterstützen, Einblicke in soziale Einrichtungen bekommen – so loben Mitarbeiter den Betriebsausflug in sozialen Netzwerken und versprechen: „Wir werden uns von nun an regelmäßig sozial engagieren.“

          Der gute alte Betriebsausflug als „Social Day“? Das liege im Trend, sagt Julia Warnecke, Sprecherin von „Tatkräftig“. Der Hamburger Verein bringt Freiwillige mit gemeinnützigen Organisationen zusammen und freut sich über die steigende Nachfrage aus Betrieben, die gesellschaftliche Verantwortung demonstrieren wollen. „Der Kletterpark oder die große Sause, das fühlt sich für viele nicht mehr richtig an“, sagt Warnecke. Nicht in Zeiten von Krieg und Krisen. Außerdem kam Corona dazwischen. Die Betriebe suchten Alternativen fürs Teambuilding und fanden Onlineevents – Maus- statt Muskeleinsatz.

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