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Bewerbungen : Betriebe diskriminieren Ahmet und Hakan

Ist „blind“ auch „besser“? Unter Personalmanagern wird eifrig gestritten Bild: dpa

Bewerber mit ausländisch klingendem Namen haben es einer neuen Untersuchung zufolge am Arbeitsmarkt noch immer deutlich schwerer.

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          Kandidaten mit ausländisch klingendem Namen haben es einer neuen Untersuchung zufolge am Arbeitsmarkt noch immer deutlich schwerer. Viele Personalentscheider benachteiligen demnach Kandidaten mit türkischem Namen gegenüber denen mit deutschem. Das sei nicht nur „ein fatales Signal“ für die diskriminierten Jugendlichen, sondern auch ein Verlust an wertvollem Potential für die Unternehmen gerade in Zeiten knapper werdender Fachkräfte, lautet die Einschätzung des Sachverständigenrates für Integration und Migration, der die Studie durchgeführt hat.

          Heumann oder Aydin?

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Dafür wurden zwei fiktive Bewerbungen von männlichen Zehntklässlern für einen Ausbildungsplatz an knapp 1800 Unternehmen verschickt. Die erfundenen Schüler hatten alle die deutsche Staatsangehörigkeit, überdurchschnittlich gute Noten, Praktikumserfahrung und Deutsch als Muttersprache angegeben. Einziger Unterschied: Einer trug einen deutschen Namen, der andere einen türkischen. Lukas Heumann und Ahmet Aydin bewarben sich um eine Lehrstelle als Bürokaufmann, Tim Schultheiß und Hakan Yilmaz als Kfz-Mechaniker. Die Bewerber mit deutschem Namen bekamen in 36,5 Prozent der Fälle keine Rückmeldung, bei türkischem Namen waren es rund 40 Prozent. Heumann und Schultheiß hatten eine Absagequote von 37 Prozent, Aydin und Yilmaz von knapp 42 Prozent. Das erste Duo wurde in 20 Prozent der Fälle zu einem Gespräch eingeladen, das zweite nur in 15 Prozent.

          Unter Personalmanagern tobt schon seit langem eine Debatte, ob durch komplett  anonyme Bewerbungen solche Diskriminierungen ausgeschlossen oder zumindest reduziert werden können. Bislang gibt es jedoch keine verbindlichen Regeln dafür.

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