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Arbeiten in der Marktforschung : Mit Neugier und Blick auf die Wünsche des Kunden

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Anne Lisa Weinand, 28, konzipiert und betreut am Institut für den Handel in Köln Studien, die Handelsunternehmen in Auftrag geben. Bild: Bernd Vogel

Die Marktforschung wird von der zunehmenden Digitalisierung erfasst und ist damit auch ein attraktives Berufsfeld für Wirtschaftswissenschaftler.

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          Wenn der Logistikdienstleister Hermes beispielsweise über Smart Data oder eine emotionale und erlebnisorientierte Online-Welt für seine Käufer nachdenkt, dann sind das Themen, die die Zukunft der Zustelllogistik nachhaltig prägen können. Um zunächst ihre Marktrelevanz zu klären, geben Unternehmen dazu meist Studien in Auftrag. Ebensolche betreut die Juniorprojektmanagerin Anne Lisa Weinand seit rund zwei Jahren am Institut für den Handel (IFH) in Köln. Von der Konzeption über die Fragebogenerstellung bis hin zur Auswertung der Daten liegt alles in ihrer Hand. Das IFH Köln, Deutschlands bekanntestes Markt- und Kundenforschungsinstitut für den Handel, das sich mit den aktuellen Trends der Branche beschäftigt, ist Weinands erste berufliche Station nach ihrem Masterstudium in Wirtschaftspsychologie. „Ich bin sehr zahlenaffin und wollte trotzdem immer mit Menschen zu tun haben“, begründet die 28-Jährige ihre Berufswahl. War die Marktforschung früher zumeist von Soziologen und Psychologen dominiert, zieht sie heute vermehrt Wirtschaftswissenschaftler an. Von den rund 50 Beschäftigten am IFH Köln haben rund 80 Prozent einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund.

          „Die Marktforschung wird immer mehr von der zunehmenden Digitalisierung erfasst. Die Datenmengen, die verarbeitet werden, sind erheblich gestiegen. Hinzu kommen die Forderungen der Kunden nicht nur nach Research-Leistungen, sondern nach Komplettlösungen. Es geht darum, gemeinsam mit den Kunden neue Geschäftsmodelle aufzubauen“, sagt Professor Mat­thias Fank, Leiter des Masters Markt- und Medienforschung an der Fakultät für Informations- und Kommunikationsforschung der Technischen Hochschule Köln. „Den Aufbau solcher Geschäftsmodelle beherrschen Wirtschaftswissenschaftler besser. Sie kennen das Marketingvokabular ebenso wie die klassische Unternehmensführung und können den Kunden so wertvollen zusätzlichen Input geben.“

          Gemischte Teams

          Ob in Verlagen, Agenturen, in kommerziellen oder öffentlichen Instituten oder an Hochschulen – mehr und mehr wird das Augenmerk auf ökonomisches Denken gelegt. „Das Wichtigste ist heute, Produkte zu verkaufen. Das ist auch für die Marktforschung eine Umbruchphase“, sagt Clarissa Moughrabi, Leiterin der Marktforschung bei Axel Springer und von Media Impact, dem Vermarkter der nationalen Medienangebote von Axel Springer und der Funke Mediengruppe, in Berlin. Das Themenspektrum ihres 20-köpfigen Teams ist breit gefächert: Neben Mathematikern, Geographen, Soziologen und Kommunikationswissenschaftlern finden sich dort auch klassische VWL-Absolventen. „Das liegt vor allem daran, dass wir unterschiedlichste Bereiche abdecken. Es geht nicht nur um die Vermarktung von Print- und Digitalprodukten. Auch für die zahlreichen Start-ups, an denen Axel Springer beteiligt ist, sind wir Sparringspartner. Wir nutzen die Markforschung, um mit den Ergebnissen dann gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.“ Eines der aktuellen Projekte: mit den Methoden der Marktforschung, also quantitativen und qualitativen Interviews, die Wirksamkeit und Attraktivität der digitalen Angebote und Plattformen im Netz weiterzuentwickeln und zu überprüfen. „Werbetreibende wollen beispielsweise von unserem Team im Rahmen der Marktforschung eine Erfolgskontrolle ihres Marketing- und Werbebudgets erhalten“, erklärt Moughrabi.

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