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F.A.Z. exklusiv : Berlin veröffentlicht Zahlen über Plagiate bei Doktorarbeiten

  • -Aktualisiert am

Zentralbibliothek der Humboldt-Universität in Berlin – wie gut sind die Kataloge mit Plagiatshinweisen versehen? Bild: picture alliance / ZB

Erstmals hat die Berliner Senatsverwaltung auf Anfrage des CDU-Wissenschaftspolitikers Adrian Grasse genaue Zahlen zu Promotionsüberprüfungen veröffentlicht. Eine universitäre Einrichtung führt klar.

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          Spitzenreiter bei den Promotionsüberprüfungen ist die Charité mit 21 abgeschlossenen Verfahren, sodann folgt die Freie Universität mit 11 Fällen. Darunter wird auch die Promotion von Franziska Giffey fallen. Die Technische Universität (TU) meldet vier abgeschlossene Verfahren, die Humboldt-Universität (HU) drei, die Universität der Künste (UdK) einen Fall. „Abgeschlossen“ bedeutet allerdings nicht unbedingt „beendet“. So sind einige Fälle der HU noch vor Gericht anhängig. Dazu gehört wohl die Auseinandersetzung um die Mainzer Soziologin Marina Hennig, die sich gegen den Gradentzug vor dem Verwaltungsgericht wehrt.

          Nicht alle Verfahren enden mit dem Entzug des Grades. Die FU mit ihren 11 Fällen entzog achtmal den Grad, es gab eine Rüge und, dreimal wurde auf die Aberkennung verzichtet. Dass es 12 Verfahrensbeendigungen bei 11 Fällen gibt, ist vermutlich mit Giffey zu erklären. Sie erhielt zunächst eine Rüge, was eine rechtswidrige Bevorzugung darstellte, danach wurde ihr der Grad entzogen. Eine den Doktorgrad erhaltende „Rüge“ wurde an keiner anderen Hochschule, mit Ausnahme der Charité, erteilt. Die Charité, bei der die Wissenschaftsplattform Vroniplag Wiki sogar ein ganzes Plagiatscluster mit mehreren Doktorarbeiten nachgewiesen hatte, entzog zuletzt 2014 Doktorgrade. Derzeit sind Gerichtsverfahren in weiteren Fällen anhängig.

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