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Nach Corona : BayernLB will fast alle Einzelbüros für Chefs abschaffen

  • Aktualisiert am

Die BayernLB will „New Work“ forcieren. Bild: dpa

Lockere Kleidungsvorschriften, Duz-Kultur und bald auch nur noch ausnahmsweise Einzelbüros für Führungskräfte: Wie sich die BayernLB nach Corona an „New Work“ versuchen möchte.

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          Die BayernLB will künftig weitestgehend auf Einzelbüros für Führungskräfte verzichten. Der Schritt ist Teil eines Projekts, mit dem Führung und Zusammenarbeit in der Nach-Corona-Welt neu geregelt werden sollen. Schon zuvor waren Kleidungsvorschriften gelockert worden und die Vorstände auf „Du” für alle umgeschwenkt. Führungskräfte bis zu Bereichsleitern - also der Ebene unterhalb des Vorstands - sollen nicht mehr in Einzelbüros arbeiten, sondern mit ihren Kollegen zusammensitzen.

          „Bereichsleiter selbst dürfen zwar Einzelbüros haben, wir empfehlen das aber nicht – Change fängt von oben an”, sagte Andreas Blank, Director HR Change, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Es gebe aber einzelne Bereiche, in denen Einzelbüros auf Grund der Art der Tätigkeit nötig sind, etwa im Handel.

          Aufgrund der Coronakrise steckt die BayernLB ohnehin in einer Neuordnung ihrer Arbeitsabläufe. Viele Angestellte waren ins Homeoffice gegangen - und ein Teil davon soll auch nach dem Ende der Pandemie erhalten bleiben. Eine neue Dienstvereinbarung regelt, dass die Bank künftig nur noch 7 Arbeitsplätze pro 10 Mitarbeitern vorhält. Kollegen sollen sich online einen Arbeitsplatz buchen, wenn sie in die Bank kommen wollen.

          „Das ist rein freiwillig“

          Der weitestgehende Verzicht auf Einzelbüros soll dabei helfen, Barrieren abzubauen und schneller zu Lösungen zu kommen. Dieses Ziel habe auch hinter der Anregung gestanden, sich in der Bank zu duzen. „Hier ist der Vorstand vorangegangen. Das ist rein freiwillig, aber die Mehrheit der Mitarbeiter macht das inzwischen”, sagte Blank. Auch auf Anzug und Krawatte würden viele inzwischen verzichten.

          Einzelbüros, in denen bislang Führungskräfte gearbeitet haben, sollen künftig anders genutzt werden, etwa als Besprechungsräume. Blank sagte: „Vereinzelt nehmen wir auch bauliche Veränderungen vor, nehmen etwa Wände raus, um mehr Platz für die neuen Arbeitsbereiche zu schaffen.” In drei Abteilungen laufen derzeit Pilotprojekte zur Neugestaltung der Büroflächen. Bis Ende 2022 soll die komplette Bank umgestaltet sein.

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