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Auftanken für den Beruf : Wie geht Erholung?

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Durchatmen: Erholung kann auch beim Wandern eintreten. Bild: Ostkreuz

Die Feriensaison naht. Jedes Jahr fragen sich Berufstätige, wie sie am besten auftanken können – für neue Kreativität, Spaß an der Arbeit und eine „Rettung“ des Entspannungs-Effekts. Wir haben mal gesammelt, was für uns funktioniert.

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          Langeweile

          Wer beeindrucken will, muss sich etwas einfallen lassen. Wohin geht’s in den Urlaub? Unter Menschen ohne Flugscham kommen gut: die antarktische Atkabucht, um Kaiserpinguine zu begrüßen. In den kongolesischen Odzala-Kokoua-Nationalpark, um den Gorillas Hallo zu sagen. An den kanadischen Skeena River, um Lachse zu angeln. In die Anden, um den Aconcagua zu besteigen. In das Tal des Todes, um mal so richtig zu schwitzen. Wer dagegen nicht davor zurückschreckt, seine Kollegen zu langweilen, reist immer zum selben Ziel. Zum Beispiel nach Südtirol, Jahr für Jahr. Gerade in der auf den ersten Blick geringen Originalität der Destination steckt der Charme. Es braucht keine großen Reisevorbereitungen. Die seit vielen Jahren wohlbekannten und extrem freundlichen italienischen Nachbarn rund um das Ferienhäuschen laden zu Rotwein und Grillabend ein. Wir kennen das Ziel, und das Ziel kennt uns. So geht Entspannung am Rande bezaubernder Nadelwälder. Übrigens haben ganz in der Nähe, auf dem Mendelpass, schon Kaiserin Sissi, Mahatma Gandhi und drei Päpste Urlaub gemacht. Aber wir wollen hier ja nicht beeindrucken. (tih.)

          Extremsport

          Und plötzlich ein Jahr älter. 34. Was nun? Ich will laufen. Okay, der Körper knurrt, und es zwickt mittlerweile hier und da. Und doch bleiben die weiten Distanzen meine kleinen Sünden und die extrem langen die große Liebe. Ungesund? Ja. Aber auch befreiend! Jede bevorstehende Strecke ist ein unerfülltes Versprechen, jeder Schritt jenseits der magischen Marathon-Grenze ein Rausch und die Suche nach der nächsten Herausforderung. Heute aber sind nur gemütliche 34 Kilometer geplant, einer für jedes Lebensjahr. Eigentlich. Irgendwann auf der Strecke merke ich es: Die neue Laufuhr, die mich leiten sollte, ist noch auf Meilen eingestellt. Eine Meile pro Lebensjahr wären dann 54,72 Kilometer. Ich bekomme Zweifel. Doch zum Umkehren ist es irgendwie zu spät. Ich schalte den tückischen Zeitmesser ab und laufe nach Gefühl. Ein rostiger MP3-Player soll Motivation spenden. Dank eines Übertragungsfehlers sind aber nur drei Lieder drauf. Zwei vorinstallierte Songs eines namenlosen Künstlers mit fragwürdigen Karriereaussichten – und Meredith Brooks’ „Bitch“. Dann halt so. Ich stelle Brooks auf Dauerschleife und hülle mich tief in meine Gedanken. Wenige Stunden später ist alles vorbei. Ich fühle mich müde, dehydriert und doch leicht. Dann packt mich ein verräterisches Kribbeln. Verdammt, ich muss schon an die nächste Strecke denken. (adav.)

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