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Arbeitsrecht : Heimlichkeit zahlt sich nicht aus

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Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung: Das darf ein Arzt auf keinen Fall verschweigen Bild: dpa

Ein Chefarzt hat bei seiner Einstellung verschwiegen, dass ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen ihn lief. Daraufhin wurde er sofort entlassen. Jetzt hat das Hessische Landesarbeitsgericht entschieden: Die fristlose Kündigung war rechtens.

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          Verschweigt ein Chefarzt bei seiner Einstellung Vorstrafen oder laufende Ermittlungsverfahren, darf er fristlos entlassen werden. Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt entschieden.

          Im konkreten Fall hatte zum 1. November 2009 ein habilitierter Facharzt bei einem Krankenhaus im Raum Darmstadt als Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe angefangen. Der Arzt unterzeichnete dabei nach Angaben des Gerichts eine Erklärung, wonach unter anderem kein Straf- oder Ermittlungsverfahren gegen ihn läuft. Er verpflichtete sich außerdem, eingeleitete Verfahren oder Verurteilungen zu melden.

          Wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

          Im August 2010 wurde der Mediziner dann von einem Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung eines Neugeborenen zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro verurteilt. Der Fall ging auf das Jahr 2002 zurück.

          Damals arbeitete der Mann in einer Klinik in Niedersachsen und soll einen Kaiserschnitt zu spät eingeleitet haben. Das Strafverfahren war wegen eines Schmerzensgeldprozesses zeitweise ausgesetzt. Als der neue Arbeitgeber aus der Presse von der Verurteilung erfuhr, wurde der Chefarzt entlassen. Zu Recht, entschied nun das Landesarbeitsgericht.

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