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Auf ins Ausland : Berufseinstieg in der Ferne

  • -Aktualisiert am

Bild: arbeiten im Ausland was muss ich beachten

Von A wie Arbeitserlaubnis bis Z wie Zeitrahmen

          2 Min.

          Arbeitserlaubnis

          Alle erforderlichen Dokumente nicht nur zusammensuchen, sondern auch noch übersetzen lassen, eventuell ein Führungszeugnis anfordern, alles bei der Botschaft einreichen – und natürlich auch eine Kopie speichern. Das dauert – vor allem, wenn die Behörden des Ziellandes nicht gerade bekannt sind für schnelle Erledigungen. Wer sich zu spät um das passende Visum bemüht, riskiert, gleich am ersten Arbeitstag nicht zu erscheinen. Die Notlösung „Touristenvisum“ ist eine Sackgasse, denn sie lässt sich vor Ort oft nicht mehr umwandeln.

          Dresscode

          Anzug und Krawatte? Oder doch lieber Baumwollhose und Rollkragenpullover? Der vermeintlich international identische Business-Dress stellt sich vor Ort oft als unangemessen heraus: Der kurze Rock ist in Indien genauso unüblich wie die geschniegelte Anzughose in Norwegen. Und wer weiß schon, dass in englischen Büros braune Anzüge nicht als tagestauglich gelten und das Muster der Krawatte die Alma Mater verrät? Gut, wenn man die passende Kleidung im Gepäck hat, denn „schnell mal einkaufen“ ist nicht immer einfach: So sind etwa Frauenschuhe jenseits der Größe 38 in Asien selten.

          Einstand

          Ein paar typisch deutsche Kleinigkeiten für das neue Kollegenteam, zum Beispiel Gebäck oder andere Süßwaren, signalisieren Aufmerksamkeit und den Willen, sich einzugliedern – das kommt weltweit immer gut an.

          Kündigen

          Nein, natürlich nicht die neue Arbeitsstelle – sondern alles, was in Deutschland nicht mehr gebraucht wird. Telefonverträge zum Beispiel, Abonnements und was sonst noch regelmäßig ins Haus flattert oder abgebucht wird. Ein Nachsendeantrag an ein Familienmitglied in Deutschland garantiert dabei, dass auch nach der Abreise keine wichtige Korrespondenz verschwindet.

          Pünktlichkeit

          Der erste Tag am neuen Arbeitsplatz, um 9 Uhr geht es los. Aber was bedeutet das? Wer in Indien sicherheitshalber eine Viertelstunde früher kommt, steht wahrscheinlich allein vor der Bürotür, ist in Japan aber schon fast knapp dran. Die Frage, ob und ab welcher Hierarchieebene Zeitangaben flexibel interpretiert werden, legt man international höchst unterschiedlich aus.

          Sprache

          Auch wenn die Umgangssprache im Job Englisch ist, für den Kontakt zu den Menschen vor Ort und das allgemeine Einleben sind Sprachkenntnisse essentiell. Kneifen gilt nicht, auch wenn es sich um ein vermeintlich schweres oder exotisches Idiom handelt. Idealerweise absolviert man bereits vor dem Antritt einen ein- oder zweiwöchigen Sprachkurs vor Ort, das erleichtert den Einstieg enorm.

          Umgang

          Die erste Begegnung gibt es nur ein Mal, wer hier gleich in Ton und Gepflogenheiten danebengreift, arbeitet lange daran, dies wieder wettzumachen. Also: Wer wird zuerst begrüßt? Siezen oder duzen sich die Kollegen? Und welche Höflichkeitsfloskeln sind ein Muss? Wer sich nicht sicher ist, greife unbedingt zum interkulturellen Ratgeber.

          Versicherungen

          Policen aller Art, die im Ausland nicht greifen, sollte man prüfen und anpassen. Die gilt vor allem für die Krankenversicherung. Wenn es möglich ist, diese in Deutschland weiterlaufen zu lassen, umso besser! Im Falle eines Rücktransports ist man damit auch hierzulande abgesichert. Die üblichen Reisekrankenversicherungen kommen übrigens meist nicht in Frage. Wer sich nicht im Zielland versichern möchte – zum Beispiel, weil die Leistungen einheimischer Anbieter zu gering sind –, muss auf eine Auslandskrankenversicherung für Langzeitaufenthalte zurückgreifen.

          Wohnung

          Aus der Ferne ist es mitunter gar nicht so einfach, ohne Makler eine bezahlbare und angenehme Unterkunft zu finden. Falls der Arbeitgeber nicht behilflich ist, sind Ferienapartments eine temporäre Notlösung: Wer sich länger vertraglich bindet, sollte die Wohnung schon persönlich inspiziert haben.

          Zeitrahmen

          Vieles lässt sich auch auf die Schnelle erledigen, besser jedoch beginnt man mindestens drei Monate vor dem Starttermin mit den Vorbereitungen. Auch Impfungen und einen letzten Check beim Zahnarzt sollte man rechtzeitig anvisieren.

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