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Antisemitismus in Lernmitteln : Laschet will Schulbücher überprüfen lassen

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Zentralrat der Juden übt Kritik an deutschen Schulbüchern. Selbst wenn Korrekturen vorgenommen worden seien, blieben sie zum Teil im Umlauf. Ministerpräsident Laschet kündigte in NRW Gegenmaßnahmen an.

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          Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will die Schulbücher im Land auf Antisemitismus überprüfen lassen. „Wir sind gut beraten, die Kritik an den deutschen Schulbüchern ernst zu nehmen. Bei dem nächsten Treffen des Kabinetts mit den jüdischen Landesverbänden möchte ich die Überarbeitung der Schulbücher auf die Tagesordnung setzen“, sagte Laschet in einem gemeinsamen Interview des „Kölner Stadt-Anzeigers“ und der israelischen Zeitung „Haaretz“. Das gelte für die Bücher aller Schulformen. „Antisemitismus ist nicht auf bestimmte Bildungsschichten beschränkt.“

          Laschet reagierte damit auf Kritik des Zentralrats der Juden an deutschen Schulbüchern. Präsident Josef Schuster hatte bemängelt, Bücher mit antisemitischen Vorurteilen blieben trotz Korrektur der entsprechenden Texte noch lange im Umlauf. „Selbst wenn inzwischen neue und verbesserte Auflagen produziert wurden, finden sich die alten Schulbücher oft noch viele Jahre in den Schulen und werden weiter benutzt“, erklärte Schuster im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

          „Es gibt dort zuweilen Bilder, die von antisemitischen Stereotypen geprägt sind und damit eher an den „Stürmer“ erinnern, als dass sie eine sachliche Darstellung bieten würden“, sagte Schuster. Der „Stürmer“ war ein judenfeindliches Nazi-Propagandablatt.

          Laschet reist am Dienstag zu politischen Gesprächen nach Israel. Der Regierungschef kündigte die Eröffnung einer NRW-Vertretung in Tel Aviv an. Er habe die Absicht, dort eine Repräsentanz des Bundeslandes zu eröffnen, sagte Laschet „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Haaretz“. Dieses NRW-Haus solle „ein klassischer Begegnungsort für Wirtschaft, Bildung, Forschung und Kultur“ werden. Laschet bezeichnete die Einrichtung als „ein klares Signal der Wertschätzung an unsere Freunde in Israel“. Es solle neue Chancen zur Vertiefung der Beziehungen bieten.

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