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Akzent und Dialekt im Beruf : Mehr Hochdeutsch, wa?

  • -Aktualisiert am

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Warum es die Karriere hemmen kann, wenn beim Sprechen Akzente oder Dialekte durchschimmern. Und warum wir schon beim Erlernen von Fremdsprachen mehr darauf achten sollten.

          3 Min.

          Zu Beginn der Videokonferenz erhält der neue englische Produktmanager das Wort: „Ick möckte mir kurz vorstellen und natürlick auck die neu Produkt zeigen, das wir finden hat noch deutlicken Bedarf zu optimieren.“ Ganz klar: Es ist toll, dass der Mann sich bemüht, den Zuhörern in ihrer Muttersprache zu begegnen. Sollten alle Englisch können, könnte es sich trotzdem für ihn lohnen, in seine eigene Muttersprache zu wechseln. Warum? Das zeigt eine Studie der Universität Chicago aus dem Jahr 2010. Dortige Wissenschaftler haben Nichtmuttersprachler mit mittlerem und starkem Akzent Sätze wie „Ameisen schlafen nicht“ auf Englisch vorlesen lassen. Den zuhörenden Probanden wurde zuvor gesagt, dass die Nichtmuttersprachler nur Sprecher von Texten seien, die Muttersprachler verfasst haben. So wollte man ausschließen, dass dem Akzent der Sprecher negative Klischees zugeordnet werden. Im Ergebnis erschienen die Texte der Lesenden mit mittlerem und mit starkem Akzent den Zuhörenden trotzdem eher unglaubwürdig.

          Ein zweiter Versuch, bei dem die Zuhörenden dafür sensibilisiert wurden, dass schwer verständliche Aussprache die Glaubwürdigkeit der Mitteilung beeinträchtigen könne, ergab, dass die Texte der Lesenden mit mittlerem Akzent genauso glaubwürdig eingestuft wurden wie die der muttersprachlichen Kontrollgruppe. Hingegen wurden die Sätze der Lesenden mit starkem Akzent weiterhin für unglaubwürdiger gehalten.

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