https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/akademischer-mittelbau-soziale-misere-an-deutschen-hochschulen-17636344.html

Akademischer Mittelbau : Nur die Besten sollen bleiben

  • -Aktualisiert am

Der akademische Mittelbau protestiert in Berlin gegen befristete Kettenverträge Bild: Kay Herschelmann

Hochschulen dürfen nicht gezwungen werden, die soziale Misere des akademischen Mittelbaus auf Kosten der wissenschaftlichen Qualität zu stoppen. Eine frühere Auswahl muss getroffen werden. Ein Gastbeitrag.

          4 Min.

          Wissenschaft ist kein Berufsfeld für alle. Als Gesellschaft müssen wir die wenigen kreativen Genies eines jeden Jahrgangs finden und uns um sie kümmern. Dieser Auswahlprozess ist im Kern von Kriterien wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit getrieben und wird nach der Promotion immer härter. Wenn wir die wirklich herausragenden Talente aus einer breiten Anzahl von Menschen fördern wollen, dann tut unsere Ge­sellschaft gut daran, soziale Vorauswahl zu vermeiden. Unser öffentlich finanziertes Schulsystem und der freie Zugang zum Studium sind ein hohes Gut für jeden Einzelnen wie für die ganze Gesellschaft.

          Im harten Wettbewerb der Wissenschaft haben wissenschaftliche Kriterien vor sozialen und persönlichen Kriterien eindeutig Priorität. So hart das klingen mag, so selbstverständlich erwarten wir das von allen anderen Wettbewerben. Wir wären zu Recht enttäuscht, wenn der Start eines olympischen Hundert-Meter-Laufes von der Jury abgebrochen würde und alle Teilnehmer zu Siegern erklärt würden, weil sie ausreichend engagiert ins Finale gekommen sind.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Brandenburger Idylle: Gerade in ländlichen Regionen ziehen junge Frauen oft ins Elternhaus des Partners.

          Leben bei den Schwiegereltern : Idylle oder Albtraum?

          Die Idee klingt praktisch: Lass uns doch, sagt der Partner, ins Haus meiner Eltern ziehen. Unsere Autorin war skeptisch. Aber sie ließ sich überzeugen, das Lebensmodell eine Weile zu testen – und hat heute eine sehr eindeutige Haltung.
          Die Erd- und Höhlenhäuser von Peter Vetsch sind überraschend energieeffizient.

          Ungewöhnlich Wohnen : Wohnen geht auch anders

          Warum nicht mal was Neues ausprobieren? Unter der Erde oder auf dem Wasser, im Wehrturm oder Baumhaus – neun ­Wohnbeispiele, die alles andere als gewöhnlich sind.