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Abschalten nach der Arbeit : Die Suche nach dem Aus-Knopf

Im Blätterbett: Werner Wosch auf seiner Plane im Stolberger Wald Bild: Edgar Schoepal

Die Arbeit wird immer rasanter, oft fehlt ein echter Feierabend. Als Kontrast zum stressigen Job sehnen sich Viele nach Entspannung. Die Ideen dafür werden immer verrückter.

          7 Min.

          Kälte spüren, Nässe spüren, sowohl Stille als auch ungewohnte Geräusche erleben, nicht wissen, wo man abends schläft, raschelnden Mäusen und rufenden Eulen lauschen – das kleine Abenteuer kostet ein paar Euro für den Bus und Walter Wosch nicht den Hauch Überwindung. Der 56-Jährige weilt regelmäßig im Wald und nächtigt einmal in der Woche auf einer Plane, die er auf dem moosigen Blätterbett ausbreitet. „Danach bin ich im Kopf aufgeräumt“, sagt der drahtige Aachener.

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Er macht das seit seiner Jugend, begann damit also Jahrzehnte bevor die modische Idee des Waldbadens samt Heilkraft der Elemente städtische Akademiker enthusiasmiert hat. Das Gute, so findet der Naturliebhaber, liegt so nah. Nach der Arbeit setzt er sich in den Bus und fährt Richtung Roetgen an den Rand der Nordeifel. Den leichten Rucksack geschultert, wandert er, bis er eine Kuhle, einen lauschigen Platz fernab der Wege findet. Dort legt er sich auf seine Plane, hüllt sich in eine Decke und schließt die Augen.

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