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Seenotrettung : „Wir sind nicht mit einer Invasion konfrontiert“

  • Aktualisiert am

Migranten sitzen an Bord der „Alan Kurdi“ auf einer von der Organisation Sea-Eye verbreiteten Aufnahme. Bild: Karsten Jaeger/Sea-Eye/AP/dpa

Wieder fährt Italiens Regierung einen deutlich anderen Kurs als ihre Vorgänger. Die „Alan Kurdi“ kann einen italienischen Hafen anlaufen, mehrere Länder nehmen die 88 Geretteten an Bord des deutschen Schiffes auf.

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          Nach einer tagelangen Blockade des Seenotrettungsschiffes „Alan Kurdi“ der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye gibt es eine Einigung zur Verteilung der 88 Migranten an Bord. Deutschland und Frankreich nähmen 60 der aus dem Mittelmeer geretteten Menschen auf, teilte das italienische Innenministerium am Freitagabend mit. Portugal sei zur Aufnahme von fünf Flüchtlingen bereit, Irland nehme zwei auf.

          Die vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa liegende „Alan Kurdi“ soll nun den Hafen von Tarent in der südostitalienischen Region Apulien ansteuern. Der Bürgermeister von Tarent, Rinaldo Melucci, sagte, seine Stadt bereite sich auf die Ankunft vor und werde nicht zögern, diesen Menschen in Not in der kurzen Zeit ihres Aufenthalts beizustehen.

          Das Rettungsschiff hatte am Samstag vergangener Woche die Migranten aus dem Mittelmeer gerettet und war dabei nach eigenen Angaben massiv von Einsatzkräften aus Libyen bedroht worden. Libysche Patrouillenboote hätten Schüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben, prangerte Sea-Eye an.

          Nach der Rettungsaktion lag die „Alan Kurdi“ tagelang vor Lampedusa fest. Am Freitagmorgen fuhr sie in italienische Hoheitsgewässer. Kapitänin Bärbel Beuse begründete dies damit, dass die Lage an Bord „gespannt“ sei und die Nahrungsvorräte zur Neige gingen.

          Andere Rettungsschiffe

          Am Freitag wurde ebenfalls eine Lösung für 15 Asylbewerber gefunden, die diese Woche von dem Schiff „Open Arms“ aus dem Mittelmeer gerettet worden waren. Wie die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms im Onlinedienst Twitter mitteilte, durften die Menschen an Bord eines Schiffes gehen, dass sie in die maltesische Hauptstadt Valletta bringen sollte. Die Genehmigung sei allerdings erst „mit vielen Stunden Verspätung, mitten in einem Sturm und nach langem Warten auf die Instruktionen der maltesischen Behörden“ erfolgt.

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          Am Mittwoch hatten mehr als hundert Flüchtlinge nach fast zwei Wochen auf See das Rettungsschiff „Ocean Viking“ am italienischen Hafen Pozzalo verlassen dürfen. Deutschland, Frankreich und Italien hatten zuvor eine Vereinbarung zur Aufnahme der Menschen erzielt.

          „Wir sind nicht mit einer Invasion konfrontiert“

          Die Aufnahme und Verteilung von im zentralen Mittelmeer geretteten Flüchtlingen in Europa sorgt schon seit Langem für Streit. Die Innenminister von Deutschland, Frankreich, Italien und Malta einigten sich Ende September auf einen vorläufigen Verteilungsmechanismus. Demnach sollen aus Seenot Gerettete künftig innerhalb von vier Wochen auf die teilnehmenden EU-Staaten verteilt werden. Dies soll eine Übergangslösung sein, bis das derzeitige Asylsystem der EU, das sogenannte Dublin-Verfahren, überarbeitet werden kann.

          Italien hatte unter einer Regierung aus rechtsextremer Lega-Partei und der Fünf-Sterne-Bewegung seine Häfen für Flüchtlinge geschlossen. Die seit September amtierende Nachfolgeregierung fährt einen weniger restriktiven Kurs.

          Innenministerin Luciana Lamorgese wies am Freitag die Darstellung ihres Vorgängers, Lega-Chef Matteo Salvini, zurück, Italien müsse sich vor einer „Invasion“ von Migranten schützen. „Ich habe keine solchen Informationen“, sagte die parteilose Ministerin der Zeitung „La Repubblica“. „Wir sind nicht mit einer Invasion konfrontiert.“

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