Anschlag auf Jüdische Gemeinde : Sicher vor Terror?

Vor fast genau 23 Jahren sagte Charlotte Knobloch in einem Interview, „die Zeit, da Juden auf gepackten Koffern saßen, ist vorbei – und die Koffer werden auch nicht wieder hervorgeholt“. Der optimistische Satz der Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern fiel kurz nach der Jahrtausendwende.
Das war vor Bekanntwerden der Mordserie der Neonazi-Bande NSU, dem Anschlag auf die Synagoge in Halle, dem politischen Aufstieg von die NS-Zeit verharmlosenden AfD-Größen und der ansteigenden Welle antisemitischer Straftaten. Letztere werden begangen in einer ideologischen Allianz aus Rechtsextremisten und Islamisten.
Ungezügelter Judenhass
Was sich seit der Ermordung von mehr als 1300 Menschen in Israel durch Hamas-Terroristen auf deutschen Plätzen und Straßen abspielt, lässt nun noch Schlimmeres befürchten: Ungezügelter Judenhass, den hier lebende Hamas-Anhänger mit und ohne deutschen Pass offen ausleben. Freude über bestialischen Mord an Säuglingen, der mit dem Verteilen von Süßigkeiten gefeiert wird.
Fassaden von Häusern, in denen Juden wohnen, werden in SA- und SS-Manier mit Davidsternen als Zielscheiben für Anschläge markiert. Dass eine Woche nach dem Massaker der Hamas ein Brandanschlag auf eine jüdische Gemeinde in Berlin verübt wurde, verwundert leider nicht. Ob der deutsche Staat wie versprochen für die Sicherheit seiner jüdischen Bürger sorgen kann? Er muss jedenfalls alles dafür tun, damit sie die Koffer nicht packen.
