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Islamfeindliches Video : Irans religiöser Führer Chamenei fordert Strafen

  • Aktualisiert am

Irans religiöser Führer Ajatollah Ali Chamenei Bild: dpa

Die iranische Führung schürt die Proteste gegen das antiislamische Youtube-Video. Der religiöse Führer Ayatollah Chamenei verlangt von den Vereinigten Staaten die Bestrafung der Filmemacher. Nach dem Freitagsgebet kommt es in Teheran zu Demonstrationen.

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          Im Anschluss an das Freitagsgebet in Teheran haben mehrere tausend Menschen gegen die Vereinigten Staaten und Israel demonstriert. Die Proteste gegen den bei YouTube veröffentlichten Mohammed-Schmähfilm blieben zunächst friedlich. Die Menge rief Parolen wie „Hollywood ist zum Zentrum des Zionismus geworden“ oder „Die USA und Israel werden untergehen, der Islam niemals“.

          Während des Freitagsgebet sagte Ayatollah Ahmad Dschannati, der Film sei ein weiterer verzweifelter Versuch der Vereinigten Staaten, den wachsenden Einfluss des Islams in der Welt zu stoppen. „Die Geschichte ändert sich in Richtung einer globalen Islamisierung.“

          Die religiöse Führung des Irans verlangte die Produzenten des anti-islamischen Videos zu bestrafen. „Wenn amerikanische Politiker es ehrlich meinen mit ihrer Behauptung, nichts mit diesem Film zu tun zu haben, dann müssen sie diejenigen bestrafen, die für dieses schwere, abstoßende Verbrechen verantwortlich sind“, forderte Ajatollah Ali Chamenei nach Berichten staatlicher Medien vom Freitag. „Die amerikanische Regierung und die Zionisten sind die Hauptverdächtigen für dieses abscheuliche und im Rausch begangene Verbrechen, das die Herzen der Muslime weltweit gebrochen hat“, wurde Chamenei weiter zitiert.

          In Iran waren im Anschluss an die Freitagsgebete landesweit Proteste gegen Amerika und Israel geplant. Das Youtube-Video hat in den vergangenen Tagen gewaltsame anti-amerikanische Proteste in der islamischen Welt mit bislang acht Toten ausgelöst, unter ihnen der amerikanische Botschafter in Libyen.

          In den auf Youtube veröffentlichten Sequenzen von „Innocence of Muslims“ („Unschuld der Muslime“) wird der Prophet als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld dargestellt.

          Clinton: „Abscheulich und verwerflich“

          Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton hatte den Film bereits am Donnerstag verurteilt. Er sei „abscheulich und verwerflich“, sagte Clinton. Zugleich stellte sie klar, dass die amerikanische Regierung „absolut nichts mit diesem Video zu tun hat“. Auch Israel hat sich von Autor und Film distanziert.

          In Ägypten und im Jemen gehen die Proteste unterdessen weiter. In Kairo bewarfen Demonstranten Polizisten mit Steinen. Die Sicherheitskräfte stellten sich den aufgebrachten Menschen in den Weg, um die amerikanische Botschaft zu schützen. Auch Tränengas wurde eingesetzt.

          In Erwartung weiterer Unruhen nach den Freitagsgebeten blockierten Sicherheitskräfte auch in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa die Straßen zur amerikanischen Botschaft. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein und gaben Warnschüsse ab.

          Bei Protesten am Donnerstag waren vier Personen ums Leben gekommen, 15 weitere wurden verletzt. Jemenitische Medien berichteten, am Flughafen der Hauptstadt seien amerikanische Marineinfanteristen eingetroffen, um die Sicherheit der Botschaft zu gewährleisten.

          Über der ostlibyschen Stadt Benghasi, wo Anfang der Woche vier amerikanische Diplomaten, unter ihnen der Botschafter, getötet worden waren, schlossen die Behörden kurzzeitig den Luftraum. Ein Grund für die Maßnahme wurde nicht genannt. Ein Flughafenvertreter gab lediglich Sicherheitsgründe an.

          Wegen der Proteste verschärfte das Auswärtige Amt die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Botschaften und Konsulaten in islamischen Ländern. Details zu den verschärften Sicherheitsmaßnahmen an deutschen Auslandsvertretungen wollte das Bundesinnenministerium aus Sicherheitsgründen nicht nennen.

          Außenminister Guido Westerwelle sagte in der ARD: „Wir teilen die Empörung über dieses schreckliche Pamphlet im Internet“, sagte Westerwelle. „Aber wir sind der Überzeugung, dass auch dieses furchtbare Video, das wirklich geschmacklos ist, dass dieses nicht als Vorwand dienen darf für Gewalt oder - wie wir es gerade gesehen haben - für die Ermordung von Menschen“.

          Bereits 2006 war es nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung zu einem weltweiten Gewaltausbruch gekommen. Damals kamen im Nahen Osten, Asien und Afrika mindestens 50 Menschen ums Leben.

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