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Interview : „Probleme durch vage Baubeschreibungen“

  • Aktualisiert am

          1 Min.

          Frau Wenzelewski, Pfusch am Bau ist ein häufiges Phänomen. Wann besteht ein Mangel?

          Ein Baumangel, wie das Baurecht den Pfusch nennt, liegt immer dann vor, wenn ein Gebäude beziehungsweise ein Gebäudeteil nicht dem gewöhnlichen Gebrauch oder dem konkreten vertraglichen Gebrauch entspricht.

          Wann ist das der Fall?

          Wenn zum Beispiel Wasser im Keller steht, das Dach undicht ist, die Farbe von der Fassade abblättert, die Treppe nach außen fehlt und die Bewohner den Weg nach draußen nur durch einen Sprung aus der Haustür erreichen können. Das sind eindeutige Fälle, in denen ein Mangel vorliegt. Ebenso klar ist die Lage, wenn exakt formulierte vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten werden. Also etwa statt des Parketts aus kanadischem Ahorn ein anderer Belag geliefert wird.

          Baugutachter bemängeln die oft ungenauen Baubeschreibungen. Entspricht das Ihrer Erfahrung?

          In der Tat fehlt es oft an einer detaillierten Leistungsbeschreibung. Was ein "hochwertiger Bodenbelag" ist, ist bis zu einem gewissen Grad Auslegungssache. Auch Formulierungen wie "Heizung nach modernem Standard" sind ungenau. Den Käufern fehlt dafür aber häufig das Bewusstsein. Sie verlassen sich auf den schönen Prospekt und den Werbetext.

          Mit der Folge, dass es schwierig wird, zu belegen, dass ein Anspruch besteht?

          Genau. In der Praxis fehlt meist die konsequente Ausgestaltung des Vertrags. Das kann dann zu erheblichen Problemen in den rechtlichen Auseinandersetzungen wegen der Baumängel führen.

          Wenn der Bauherr einen Mangel bemerkt, wie sollte er sich dann verhalten?

          Grundsätzlich gilt: Es ist vorteilhaft, wenn ein Mangel vor der Abnahme des Baus erkannt und dokumentiert wird.

          Muss das schriftlich geschehen?

          Ja. Stellt der Bauherr Baumängel fest, sollte er diese gegenüber dem Bauunternehmer schriftlich rügen. Es reicht aus, wenn der Bauherr das Erscheinungsbild, welches Veranlassung für die Rüge des Baumangels gibt, so beschreibt, dass der Bauunternehmer die Rüge nachvollziehen kann.

          Dann ist der Bauträger am Zuge?

          Der Bauträger muss dann beweisen, dass er alle Vereinbarungen eingehalten hat, beziehungsweise den Schaden beheben. Ist der Bau jedoch abgenommen, kommt es zu einer Umkehr der Beweislast. Dann muss der Bauherr belegen, warum er Anspruch auf eine Mängelbeseitigung hat. Das ist für ihn im Zweifelsfall schwieriger und mit Zusatzkosten verbunden. Vor allem kann sich der Fall hinziehen. Wird ein Gutachter beauftragt, kann die Klärung bis zu einem Jahr oder länger dauern.

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