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Im Licht der Côte d’Azur : Picassos schönes Modell malt selbst

In London werden zurzeit die Aquarelle der noch unbekannten Künstlerin Lydia Corbett ausgestellt. Eigentlich heißt sie Sylvette David und nach ihr ist sogar eine Periode im Werk von Picasso benannt. Wer ihr Werk inspiriert, zeigt jetzt ihre Schau in der Francis Kyle Gallery.

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          Zum Star-Mädchen für einen Sommer wurde eine gewisse Sylvette David, geboren 1934 in Paris, als sie mit ihrer Mutter und ihrem Verlobten im südfranzösischen Vallauris lebte und dort von Pablo Picasso für drei Monate als sein Modell erwählt wurde. Die dichte, variantenreiche Serie ihrer Bildnisse aus dem Jahr 1954, die manchmal sogar als „Epoque Sylvette“ in der Vita des Künstlers verzeichnet ist, hat nicht ihresgleichen im Werk Picassos. Vor einigen Wochen erst kehrte Sylvette David zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder an die Riviera zurück.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Nun heißt Sylvette schon lange Lydia Corbett und lebt selbst als Künstlerin im Südwesten Englands. Doch auf dem Marktplatz von Antibes gefällt der Sylvette in ihr die verspielte Bronzeplastik eines versonnenen Liebespärchens, die geradewegs aus den Fünfzigern oder Sechzigern herüberzuwinken scheint. Und irgendwo dort ist Lydia Corbetts Stil auch verankert: Er erinnert an die zierlichen Buchillustrationen jener Jahre - und, wenn man es so will, ein bisschen an den frühen Sempé, nicht so genialisch und ironisch, aber eben so sorgfältig und liebenswürdig. Natürlich sind in den Bildern auch Picasso als großer Kreator und Marc Chagall als wichtiger Inspirator aufgehoben.

          Im kleinen Katalog zur Schau steht, dass im Zentrum von Lydia Corbetts Erfindungen beinah immer ein Motiv mit Früchten oder Blumen vorkommt. Darum herum entfaltet sich, als wär’s ein organisches Wachsen, ein Kosmos aus Menschenkindern, Figuren, Landschaften, Ornamenten. Immer liegt ihm eine geheime Ordnung zugrunde, und immer kehren die Muster und Symbole wieder: Es ist sehr oft die junge Lydia alias Sylvette, das Mädchen mit dem Pferdeschwanz, das sie war; es kann Picasso in mancherlei Transformationen sein, es kann seine Taube sein, oder es können die Porträts sein, die er von ihr schuf. So finden sich auf diesen Blättern Reminiszenzen und Traumspuren in hell durchsonnter Farbigkeit. Sie sind heiter: Es ist, als ob das Licht der Côte d’Azur darin gespeichert sei, das Lydia Corbett mit in ihr Haus in Devon gebracht hat. - Bei Francis Kyle sind 39 Aquarelle, die zwischen 2012 und jetzt entstanden sind, ausgestellt. Jedes der unterschiedlichen Formate kostet 3750 Pfund (ohne Mehrwertsteuer).

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