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HSV in der Krise : Abhängig vom treuen Milliardär

  • -Aktualisiert am

Klaus-Michael Kühne ist reich und er ist HSV-Fan: gute Voraussetzungen für den krisengeschüttelten Verein. Bild: picture alliance / dpa

Ohne Klaus-Michael Kühne und sein Geld hat der Hamburger SV keine Zukunft. Der vermeintliche Retter könnte nun sogar für die Lizenz bürgen. Doch er stellt eine Forderung.

          Woche für Woche leidet Klaus-Michael Kühne auf seinem mallorquinischen Anwesen mit. „Als Fan“ betrachte er die Spiele des Hamburger SV am Fernsehschirm, erzählt Kühne, und als solcher war er auch immer zuversichtlich, dass das Unheil abgewendet würde. Drei Spiele sind geblieben, um das Unaussprechliche zu verhindern. Das erste davon an diesem Sonntag beim FC Augsburg. Nach dem Stuttgarter Punktgewinn in Hannover geht es für den niemals aus der Fußball-Bundesliga abgestiegenen HSV nur noch um Rang 16 und die sogenannten Relegationsspiele am 15. und 18. Mai gegen den Dritten der zweiten Liga.

          Hamburgs reichster Fan versichert weiterhin Unterstützung

          Klaus-Michael Kühne, 76 Jahre alt, ist der reichste Anhänger der Hamburger; auf 7,9 Milliarden Euro wird das Vermögen des Reeders geschätzt. Kühne hat dem HSV vor zwei Jahren Rafael van der Vaart spendiert. Das würde er nicht wieder tun. Aber Kühne ist – wie viele Fußballfans – in seiner Liebe zum Klub irrational. Er hofft auf Besserung. Und in diesen Tagen braucht der HSV den treuen Milliardär mehr denn je. „Mein Engagement beim HSV würde auch im Falle eines Abstiegs gelten“, richtete Kühne dieser Zeitung aus. „Ich bin weiterhin bereit, den HSV maßgeblich zu unterstützen.“

          Das muss er womöglich schon im nächsten Monat tun. Denn die Deutsche Fußball Liga (DFL) verlangt vom HSV bis zum 28. Mai einen Erlös von zehn Millionen Euro, um die Lizenz zu erteilen. Beim Sturz in die zweite Liga soll die DFL sogar zwanzig Millionen Euro als Bedingung für die Lizenzerteilung verlangen. Aktuell drücken den maroden Klub fast 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Woher die Erlöse kommen sollen, schreibt die DFL nicht vor. Hier kommt Klaus-Michael Kühne ins Millionen-Spiel. Der HSV will sein Tafelsilber in Form von René Adler oder Hakan Calhanoglu nämlich behalten, sagt Sportchef Oliver Kreuzer: „Wir denken nicht an Spielerverkäufe. Wir schauen uns nach anderen Möglichkeiten um.“ Gemeint ist Kühne. Der HSV hofft auf eine 20-Millionen-Euro-Bürgschaft von ihm, um die DFL-Bedingung zu erfüllen. Eigentlich wollte der Logistik-Unternehmer erst nach der Zustimmung der Mitglieder zur Strukturreform „HSVplus“ am 25. Mai aktiv werden und finanziell eingreifen. Doch nun drängt die Zeit.

          Es läuft einfach nicht rund beim HSV. Sorgt der Einsatz des Milliardärs bald für bessere Stimmung?

          Die Abhängigkeit des Vereins von dem Milliardär ist enorm

          Kühne wäre bereit, einzuspringen, um dem HSV die Spielberechtigung zu retten. Doch er stellt eine Forderung: „Das alternativlose Konzept ,HSVplus‘ muss umgesetzt werden. Damit verbinde ich auch neue Köpfe.“ Wenn es nach Kühne geht, sollen beim neuen HSV weder Kreuzer noch der aktuelle Vorstandschef Carl Jarchow im operativen Geschäft der zu gründenden „HSV Fußball AG“ mitmischen. Von der Bezeichnung „Drittliga-Manager“ für Kreuzer hat sich Kühne nie distanziert. Er sieht das so. Kreuzer kam aus Karlsruhe. Für Jarchow könnte sich Kühne einen repräsentativen Posten im HSV e.V. vorstellen.

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