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Hollywood-Gefühle : An der Westküste blüht die Fotografie

  • -Aktualisiert am

Zur „Paris Photo LA“ kommen die wichtigen Galerien aus aller Welt nach Kalifornien. Das Angebot ist stark. Wie also sieht der aktuelle Fotomarkt aus?

          Ja, Brad Pitt ist zur Eröffnung gekommen. Jodie Foster war da. Auch Jamie Lee Curtis und Udo Kier. Und David Hockney hat sich zumindest von seinem bemalten BMW vertreten lassen, der gleichsam als Skulptur des Messe-Sponsors den Eingang zu den ersten Ständen der Paris Photo LA schmückt. Für ein authentisches Hollywood-Gefühl allerdings sorgte viel weniger die Kinoprominenz im Publikum als die Kulisse. Denn ausgerichtet wird die Messe auf dem Gelände von Paramount. Sie findet in drei großen Hallen statt, den Sound Stages, und darüber hinaus in den Ladenzeilen falscher Studiostraßenzüge, durch die man schlendert wie durch ein Städtchen vergangener Tage, mit zwei- und dreistöckigen Brownstone Buildings, von deren Fassaden der Plastikputz bröckelt und deren verrostete Feuerleitern lustige Schatten auf die Straßen und Häuserwände werfen. Hinter den Fensterreihen wachsen nur Stahlgerüste in die Höhe, aber in die kleinen Geschäfte zu ebener Erde sind hinter großen Fensterscheiben und unter bunten Markisen nun bis zum Sonntag Galerien, Verlage und Spezialbuchhandlungen eingezogen.

          Dass die Straßen Greenwich Village und Washington Square heißen, Soho und Financial District und dass sie unübersehbar das kleinstädtische New York kopieren, entbehrt freilich nicht einer gewissen Ironie. Denn nicht zuletzt ist auch die jetzt zum zweiten Mal von der Reed-Gruppe veranstaltete Paris Photo LA Ausdruck dafür, dass sich die Kunstszene der amerikanischen Westküste wieder einmal daran macht, sich selbstbewusst von New York zu lösen. Mit der gut dreißig Jahren alten „Aipad“, der größten Fotografie-Messe in Amerika, die erst Anfang dieses Monats wieder in Manhattan stattgefunden hat, kann sie zwar nicht konkurrieren. Aber dass ein Dutzend etablierter Galerien aus New York angereist ist, spricht unübersehbar von Wertschätzung. Und dass ebenfalls ein Dutzend Galerien aus Los Angeles sowie fünf weitere aus Kalifornien hier Arbeiten ausstellen, belegt, dass die Fotografie an der Westküste längst ihren Markt gefunden hat. Aus Deutschland sind sechs Galerien gekommen; insgesamt gibt es knapp achtzig Stände. „Los Angeles has a lot of potential“ ist ein Satz, den man auf der Messe so oft im exakt selben Wortlaut zu hören bekommt, dass man meinen könnte, die Aussteller hätten ihn auf der Rückseite ihrer Ausweise stehen, damit sie bloß nicht vergessen, ihn aufzusagen.

          Wie der Geschmack der Besucher eingeschätzt wird, eröffnet sich schon nach den ersten Schritten: Groß sollen die Bilder sein, möglichst bunt und unbedingt dekorativ. Hohe Preise, hört man, seien keine Hürde, denn sie unterstützten beim Käufer die Möglichkeiten des Selbst-Marketings und schürten darüber hinaus die Hoffnung auf ein gutes Investment. Ausgeprägte Sammelleidenschaft hingegen würde in Los Angeles kleingeschrieben. Üppige Formate erreichen bereits Edward Burtynskys schockierende Landschaften der Industriekultur bei der Howard Greenberg Galerie (22 000 bis 50 000 Dollar). Und sogar viereinhalb Meter Breite messen ein politisch aufgeladenes, zugleich erotisches Triptychon der Marokkanerin Lalla Essaydi, des neuen Lieblings auf dem Kunstmarkt, bei Jenkins Johnson (45 000) sowie die computergenerierte Aufnahme von Martin Liebscher, der sich für die Szene eines Tennisturniers mehrere hundert Mal als Zuschauer und Sportler in das Bild kopiert hat, bei der Martin Asbæk Galerie, Kopenhagen (45 000 Dollar).

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