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Teurere Mahlzeiten : Hello Fresh will von der Inflation profitieren

Beliebte Boxen: Während der Pandemie ist Hello Fresh rasant gewachsen. Bild: dpa

Trotz gedämpfter Konsumlaune erzielt Hello Fresh im zweiten Quartal einen Rekordumsatz. Die hohe Inflation könnte dem Berliner Unternehmen sogar helfen. Die Börse bejubelt die Zahlen, obwohl das Unternehmen ein Wackelkandidat im Dax ist.

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          Der Online-Handel und Essenslieferdienste haben mit der hohen Inflation zu kämpfen. Wer wegen gestiegener Strom- und Gaskosten sparen muss, überlegt es sich zweimal, im Netz auf Shoppingtour zu gehen – oder sich ein Abo für Kochboxen mit vorbereiteten Zutaten zu besorgen. Genau das ist das Geschäftsmodell des Berliner Dax-Konzerns Hello Fresh.

          Maximilian Sachse
          Redakteur in der Wirtschaft

          Doch das Unternehmen glaubt, von den gestiegenen Preisen auch profitieren zu können. Zwar habe das Unternehmen die Preise erhöhen müssen, sagte Mitgründer und Chef Dominik Richter am Montag bei der Vorstellung der Quartalszahlen in Berlin. Doch die Erhöhungen seien bei Weitem nicht so stark ausgefallen wie in Supermärkten. „Das bringt uns in eine bessere Position im Wettbewerb mit Supermärkten.“

          Hello Fresh habe den Vorteil, dass es selbst bestimmen könne, welche Menüs es verschickt, erklärte Richter die Unterschiede. „Dadurch können wir Lebensmittel auswählen, die nicht so stark von Preissteigerungen betroffen sind.“ Zudem habe das Unternehmen die Produktivität in seinen Lagern und Verpackungsstandorten erhöht.

          Rekordumsatz im zweiten Quartal

          Das Unternehmen erzielte im zweiten Quartal einen Rekordumsatz von 1,96 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 16 Prozent im Vorjahresvergleich – trotz der schwierigen Rahmenbedingungen. Zudem konnte das Unternehmen den durchschnittlichen Bestellwert im Vorjahresvergleich um elf Prozent steigern.

          Ganz vorbei gehen die konjunkturellen Sorgen an Hello Fresh derweil nicht. So lag der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im zweiten Quartal bei 145,9 Millionen Euro und damit unter den im Vorjahreszeitraum erreichten 157,8 Millionen Euro. Dort profitierte das Unternehmen noch stark von der Corona-Sonderkonjunktur. Die Zahl der aktiven Kunden steig im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um gut 4 Prozent auf acht Millionen, allerdings sind das mehr als 500.000 weniger Abonnenten als noch im ersten Quartal.

          HELLOFRESH SE INH O.N.

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          Erst im Juli musste das Unternehmen mit Verweis auf die Verbraucherstimmung seine Jahresziele nach unten korrigieren. Statt eines Zuwachses von 20 bis 26 Prozent erwartet Hello Fresh nun nur noch ein Umsatzplus zwischen 18 und 23 Prozent. Für den operativen Gewinn peilen die Berliner zwischen 460 und 530 Millionen Euro an. Zuvor waren 500 bis 580 Millionen Euro geplant.

          Sorgen um den Dax-Abstieg

          Der Aktienkurs stieg bis Montagmittag nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen um bis zu 6 Prozent. Hello Fresh gilt zudem als potenzieller Kandidat für einen Abstieg in den M-Dax. In der Juli-Rangliste des Dax lag HelloFresh nur auf Platz 46. Absteigen würde das Unternehmen allerdings erst ab Rang 48. Mitgründer Richter gab sich gelassen. „Es ist zwar eine Ehre im Dax vertreten zu sein“, sagte er, „aber ein Abstieg in den M-Dax würde unser operatives Geschäft kaum beeinflussen.“ Die Entscheidung fällt die Deutsche Börse am 5. September.

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