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Handball : Handball in Hamburg: Erst fehlt es an Geld, nun an Spielern

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HAMBURG. Bob Hanning benötigte Beistand. Mit traurigem Blick suchte der Trainer des HSV Hamburg Halt bei seinem Präsidenten Andreas Rudolph. Hanning machte dabei einen Eindruck, als habe er soeben den Glauben an die Gerechtigkeit ...

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          Bob Hanning benötigte Beistand. Mit traurigem Blick suchte der Trainer des HSV Hamburg Halt bei seinem Präsidenten Andreas Rudolph. Hanning machte dabei einen Eindruck, als habe er soeben den Glauben an die Gerechtigkeit verloren.Minuten zuvor hatte er apathisch neben HSV-Manager Dierk Schmäschke gesessen, kaum fähig, sein Entsetzen in Worte zu kleiden.

          Die 27:33-Niederlage im Viertelfinale um den DHB-Pokal gegen die SG Flensburg-Handewitt war die eine Sache. Was die Verantwortlichen des krisengeschüttelten Handball-Bundesligaklubs aber fast noch mehr beschäftigte, ist das große Verletzungspech des HSV. Spielmacher Andrej Siniak (Mittelhandbruch) und Jon Belaustegui (Knie) fehlen bereits seit mehreren Wochen; Nationalspieler Pascal Hens ist nach seiner Wadenverletzung, die er sich bei der WM in Tunesien zugezogen hatte, noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte, und jetzt fällt auch noch der erst kürzlich von der SG Solingen verpflichtete Alois Mraz (Außenbandabriß) aus.

          Retortenverein ohne Unterbau

          Da der HSV auch über fünf Jahre nach seiner Gründung und drei Jahre nach der Aufnahme des VfL Bad Schwartau weiterhin ausschließlich aus dem Bundesligateam besteht, hatte er sich auf dem Transfermarkt zum Handeln gezwungen gesehen. Das Dasein als Retortenverein ohne Unterbau, aus dem Spieler hätten rekrutiert werden können, erwies sich als Fluch. "Im ersten halben Jahr fehlte uns Geld, jetzt fehlen uns Spieler", klagte Rudolph. Daß es da einen kausalen Zusammenhang gibt, blendete er aus.

          Ende der vergangenen Woche wurde Mraz verpflichtet, durch externe Sponsoren, wie es hieß. Der Nachsatz mußte sein. Aufgrund von Verfehlungen im Lizenzierungsverfahren für die Saison 2004/05, welche der Vorstand der Handball-Bundesliga mit strengen Auflagen und einem - noch nicht umgesetzten - Abzug von acht Punkten sanktionierte, ist der HSV zum peniblen Wirtschaften verpflichtet. Es steht zu vermuten, daß Rudolph, ein vermögender Unternehmer, in die Rolle des Gönners geschlüpft ist. Daß sich ausgerechnet Mraz, eher ein Panikkauf als ein ausgeklügelter Schachzug, in seinem ersten Spiel verletzte, entbehrt nicht einer gewissen Tragik. "Ich weiß nicht, welche Skala es für so viel Pech geben kann", haderte Hanning. Das Mitleid der Mitbewerber dürfte sich in Grenzen halten. Der HSV Hamburg hat sich durch geschönte Bilanzen unter der Ägide von Winfried M. Klimek, dem früheren Geschäftsführer des wirtschaftlichen Trägers Omni Sport GmbH, viele Sympathien verspielt.

          Penibles Wirtschaften erforderlich

          Die Unterdeckung für die aktuelle Saison beläuft sich derzeit noch auf knapp 300.000 Euro; für die kommende Serie fehlt noch eine Million Euro, um den angestrebten Etat von 4,5 Millionen Euro gewährleisten zu können. Jene 100.000 Euro, die es für das Erreichen des Final Fours im DHB-Pokal gibt, hätten dem HSV bestens zu Gesicht gestanden. Den wirtschaftlichen Querelen folgten die sportlichen Tiefschläge. Nach dem avisierten Punktabzug lief beim HSV Hamburg nur noch wenig zusammen. Aus dem Rennen um die Meisterschaft hat sich das Team verabschiedet; derzeit belegt es mit 27:11 Punkten den fünften Rang. Drei Wettbewerbe und kein Titel - darauf dürfte es wohl hinauslaufen. Rudolph und Manager Dierk Schmäschke mühen sich bereits, mit beschwichtigenden Worten einem solchen Fall vorzubeugen. "Die Saison wäre nicht verpatzt, denn wir werden auch im nächsten Jahr noch in der Bundesliga spielen", sagte Rudolph trotzig. Schmäschke fügte an: "Wenn wir die Spielzeit überstanden, unsere Sühne geleistet haben, dann war es die erfolgreichste und wichtigste Saison für den Verein.“

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