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Arafat Abou-Chaker : Haftbefehl gegen Berliner Clanchef aufgehoben

  • Aktualisiert am

Bushido und sein damaliger Freund Arafat Abou-Chaker bei der Premiere von „Zeiten ändern dich“ 2010: In dem Film spielt Moritz Bleibtreu den Clanchef. Bild: Picture-Alliance

Die Staatsanwaltschaft hatte Arafat Abou-Chaker die versuchte Anstiftung zur Entführung von Familienangehörigen des Rappers Bushido vorgeworfen. Ein Ermittlungsrichter sah für die Haft keine Gründe.

          Arafat Abou-Chaker, der Chef eines bekannten arabischstämmigen Berliner Clans, kommt aus der Untersuchungshaft frei. Der Haftbefehl wurde am Donnerstag aufgehoben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der 42-Jährige war vor rund zwei Wochen noch im Gerichtssaal verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann die versuchte Anstiftung zur Entführung von Familienangehörigen des Rappers Bushido vorgeworfen. Ein Ermittlungsrichter habe für die Haft keine Gründe gesehen, twitterte die Staatsanwaltschaft. Man prüfe derzeit die Einlegung einer Beschwerde.

          Der frühere Geschäftspartner des Rappers Bushido war am 15. Januar überraschend in einem Gerichtssaal verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Clanchef mit deutscher Staatsangehörigkeit versuchte Anstiftung zur Entführung von Familienangehörigen Bushidos vor. Die Taten sollen geplant worden sein, zur Ausführung sei es aber nicht gekommen.

          Der Haftbefehl war mit dringendem Tatverdacht sowie mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr begründet worden. Wird ein Haftbefehl aufgehoben, gibt es im Regelfall keinen dringenden Tatverdacht mehr. Dennoch kann weiter ermittelt werden.

          Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, trotz des nun aufgehobenen Haftbefehls sei es wichtig gewesen, dass der Mann „auch mal eine Zelle von innen gesehen hat“. Der GdP-Landesvorsitzende Norbert Cioma meinte, das sei nicht das Ende der Ermittlungen. „Wir sind uns sicher, dass die Staatsanwaltschaft engagiert dranbleibt.“

          Ob auch der Haftbefehl gegen einen Bruder des Clanchefs aufgehoben wird, blieb offen. Der 37-Jährige war vor rund einer Woche in Dänemark verhaftet worden. Er soll an den Planungen zur Entführung von Bushido-Angehörigen beteiligt gewesen sein. Bislang wurde er nicht nach Deutschland überstellt. Bei der Staatsanwaltschaft hieß es auf Nachfrage, weitere Informationen seien derzeit nicht möglich.

          Bushido und seine Frau Anna-Maria Ferchichi hatten im September 2018 in einem Interview des Magazins „Stern“ über die Trennung von ihrem langjährigen Geschäftspartner gesprochen. Dabei sagten sie auch, sie fühlten sich bedroht. Bushido gab zu Protokoll, dass er seine Familie abgesichert habe. Seine Frau sagte: „Natürlich haben wir Angst, dass jemand aus Rache auf mich oder meinen Mann schießt. Eigentlich rechnen wir jeden Tag damit.“

          Kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien stehen derzeit bundesweit verstärkt im Visier von Ermittlern. In Berlin wurden im vergangenen Jahr 77 Häuser und Wohnungen einer anderen Großfamilie eingezogen. Gegen drei Mitglieder dieser Familie läuft derzeit ein Prozess wegen des Diebstahls einer Goldmünze im Millionenwert aus dem Berliner Bode-Museum.

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