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FAZ.NET-Sprinter : Große Gesten und schwere Mängel

Unser Sprinter-Autor: Felix Hooß Bild: Robert Wenkemann

Vor einem Jahr legten Chaoten Hamburg teils in Schutt und Asche. Fünf von ihnen droht nun eine lange Haftstrafe. Noch immer ungeklärt ist dagegen, wie es 2016 zum Anschlag am Breitscheidplatz kommen konnte. Was sonst wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

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          Ob sich Angela Merkel kürzlich auf dem CDU-Parteitag über ihr Abschiedsgeschenk gefreut hat, können wir nur mutmaßen: Bekanntlich sind der Kanzlerin allzu sichtbare Gefühlsregungen fremd. Merkel bekam den Taktstock des Dirigenten Kent Nagano geschenkt, mit dem dieser während des G-20-Gipfels 2017 ein Konzert für die Staats- und Regierungschefs in der Elbphilharmonie dirigierte. Diese Geste fanden wiederum viele taktlos, denn während damals Merkel und die anderen Spitzenpolitiker Beethovens „Ode an die Freude“ lauschten, legten draußen mehrere hundert Chaoten die Stadt in Schutt und Asche.

          Felix Hooß

          Koordinator für Premium-Inhalte bei FAZ.NET.

          Ab heute müssen sich fünf junge Männer vor dem Hamburger Landgericht verantworten, die an den Krawallen beteiligt gewesen sein sollen. Die vier jungen Deutschen im Alter von 18 bis 24 Jahren sowie ein 23 Jahre alte Franzose sind des Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall angeklagt. Sie sollen sich an dem Aufzug des „Schwarzen Blocks“ am Morgen des 7. Juli entlang der Hamburger Elbchaussee beteiligt haben, bei dem ein Mob von etwa 220 Menschen Autos in Brand steckte und einen Gesamtschaden von rund einer Million Euro anrichtete. Bei einer Verurteilung drohen den Männern lange Haftstrafen. Über den Prozess werden wir auf FAZ.NET aktuell berichten.

          Ein weiteres Ereignis der jüngeren deutschen Geschichte, dessen Bilder sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben, jährt sich morgen zum zweiten Mal: Am 19. Dezember 2016 steuerte Anis Amri einen Sattelzug in den Weihnachtsmarkt in den Berliner Breitscheidplatz, tötete so elf Menschen, nachdem er zuvor schon den Fahrer des Lastwagens umgebracht hatte. Vieles am Fall Amri erscheint weiterhin unklar: Besonders die These, dass Amri als Einzeltäter gehandelt haben soll, ist umstritten. „Die Einzeltäter-These ist totaler Murks“, sagt etwa die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic. Meine Kollegen Helene Bubrowski und Markus Wehner schildern die Ungereimtheiten des Falls, bei dem sich die Frage stellt, ob es nur einer Verkettung unglücklicher Umstände gab – oder schwere Organisationsmängel bei den deutschen Sicherheitsbehörden.

          Ganz anderes Thema: Wann hebt eigentlich die Elektromobilität in Deutschland richtig ab? Fragen wir zwei, die sich damit auskennen müssen: Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch sind die Köpfe der beiden Familien hinter der Porsche SE, und damit hinter Volkswagen. Sie sagen im großen Interview mit der F.A.Z.: Die Wende zur Elektromobilität werde funktionieren. Aber die Politik müsse mitspielen. Zitat Porsche: „Vor allem scheint mir die Politik sehr wankelmütig und wenig sachbezogen. Nehmen Sie nur die Fahrverbote, die es so nur in Deutschland gibt. Ich sehe da keinen roten Faden.“ Unterhaltsames Gespräch.

          Und sonst?
          Präsentiert Bundesfamilienministerin Franziska Giffey heute in Berlin ihre Fachkräfteoffensive, mit der sie den Erzieherberuf aufwerten will. Stellt das Institut für Wirtschaftsforschung den neuen Ifo-Geschäftsklimaindex vor. Und beginnt die Fußball-Bundesliga ihre „englische Woche“, unter anderem mit der Partie des Tabellenführers Borussia Dortmund bei Fortuna Düsseldorf (20.30 Uhr).

          Die Nacht in Kürze:

          Weltwirtschaftsforum sieht kaum Fortschritte bei Gleichberechtigung:
          Frauen können ihren Einfluss auf Politik und Wirtschaft weiterhin kaum steigern, warnt das WEF. Der Aufholprozess verlangsame sich teilweise sogar. Das gelte besonders für Deutschland.

          Weißes Haus dementiert Auslieferung von Fethullah Gülen:   Präsident Donald Trump habe nicht zugesagt, den Prediger Fethullah Gülen an die Türkei auszuliefern, heißt es aus der amerikanischen Regierung. Zuvor hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu anderes berichtet.

          Twitter-Aktie stürzt nach mutmaßlicher Hacker-Attacke ab: Der Kurznachrichtendienst wurden offenbar von staatlichen Hacker angegriffen. Die Aktie des Unternehmens verliert zeitweise mehr als sieben Prozent.

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          Milliardenhilfe : Gegenwind für die Lufthansa-Rettung

          Nach langen Verhandlungen einigen sich Bundesregierung und Lufthansa auf ein Rettungspaket aus Steuergeldern. Brüssel sagen die Pläne aber nicht zu. Kanzlerin Merkel will kämpfen.

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