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Zwischenfälle : Ohrfeige für den Kanzler, Farbbeutel für den Premier

  • Aktualisiert am

Vor der Farbbeutel-Attacke: Englands Premier Blair Bild: AP

Geht in Deckung, Regierungschefs! Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde geohrfeigt und Großbritanniens Premierminister Tony Blair mit Farbbeuteln beworfen. Die Vorfälle hätten auch ernster enden können.

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          Ein 52jähriger Arbeitsloser hat Bundeskanzler Gerhard Schröder am Dienstag abend bei einer SPD-Wahlveranstaltung in Mannheim geohrfeigt. Der Kanzler nahm jedoch nach der kleinen Attacke unbeirrt am Europafest der baden-württembergischen SPD teil. Er habe keine äußerlich sichtbaren Verletzungen erlitten, teilte die Polizei in Mannheim mit. Der Angreifer sei festgenommen worden. Am Mittwoch wurde auch der britische Premierminister Tony Blair Opfer einer Attacke. Er wurde mit Farbbeuteln beworfen.

          Der arbeitslose Lehrer, der Schröder attackierte, soll aus der SPD ausgeschlossen werden. Die Landes-SPD in Baden-Württemberg wird außerdem strafrechtlich gegen den Mann vorgehen, wie ein Parteisprecher am Mittwoch in Stuttgart ankündigte. Der Tatverdächtige sei erst im Februar in die Partei eingetreten. Er war am Dienstag abend nach mehrstündigem Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das Tatmotiv ist noch unklar.

          Keine Haftgründe

          Der Mann aus Bad Krozingen (Breisgau-Hochschwarzwald) habe den Kanzler mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, sagte ein Polizeisprecher. Er habe die Aussage verweigert und keine Angaben zu seinen Beweggründen gemacht, erklärte am Mittwoch morgen ein Polizeisprecher in Mannheim. Nach Feststellung von Identität und Wohnort hätten keine Haftgründe vorgelegen. Um das weitere Vorgehen kümmere sich nun die Staatsanwaltschaft, hieß es.

          Unbeeindruckt vom Zwischenfall: Kanzler Schröder in Mannheim
          Unbeeindruckt vom Zwischenfall: Kanzler Schröder in Mannheim : Bild: dpa/dpaweb

          Der Zwischenfall ereignete sich, als Schröder am Abend bei einem Empfang für neue Parteimitglieder Autogramme gab. Der Mann trug einen Anzug. Nach Stegs Angaben hatte der Täter ein Papierschild für Neumitglieder am Arm getragen. Ob gegen den Mann wegen Beleidigung oder Körperverletzung ermittelt wird, blieb zunächst offen. Wieso sich der 52jährige dem SPD-Regierungschef so unbehindert habe nähern können, müsse noch geklärt werden, hieß es bei der Polizei. Schröder selbst äußerte sich zu der Attacke nicht.

          Lila Pulver trifft Blair

          Mitten im vollbesetzten Parlament wurde der britische Premierminister Tony Blair Opfer einer Attacke. Trotz strenger Sicherheitsmaßnahmen im Unterhaus in London wurde er mit zwei Farbbeuteln beworfen. Blair sprach am Mittwoch während der wöchentlichen Fragestunde, als zwei Männer von einer Galerie aus Beutel mit einem lila Pulver in Richtung des Regierungschef warfen. Blair blieb unverletzt, wurde aber offensichtlich an seinem Anzug getroffen. Nach Angaben des britischen Senders BBC handelte es sich bei dem Pulver um eine ungefährliche Substanz. Gleichwohl warf der Vorfall angesichts terroristischer Gefahren umgehend die Frage nach der Sicherheit der Abgeordneten auf. Scotland Yard nahm die beiden Tatverdächtigen, die zu einer Gruppe namens „Fathers 4 Justice“ gehören sollen, fest.

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