https://www.faz.net/-gum-7l9nx

Zweiter Jahrestag : Gedenken an Opfer des Costa-Concordia-Unglücks

  • -Aktualisiert am

Zwei Jahre nach der Havarie der Costa Concordia wurde am Montag der Opfer gedacht Bild: AP

„Unauslöschlicher Schmerz für uns alle“: Kapitän Francesco Schettino hat sich am zweiten Jahrestag des Costa-Concordia-Unglücks zu Wort gemeldet. Angehörige und Überlebende gedenken derweil der Opfer.

          Am zweiten Jahrestag der tödlichen Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia” vor der toskanischen Insel Giglio hat der damalige Kapitän Francesco Schettino sein „tiefes Mitgefühl“, seine „Nähe zu den Angehörigen der Opfer“ und „einen unauslöschlichen Schmerz für uns alle“ ausgedrückt. Schettino hätte am Montag eigentlich zu einem neuen Prozesstermin vor Gericht erscheinen müssen, dieser wurde wegen eines landesweiten Anwaltsstreits aber auf den 27. Januar vertagt.

          Schettino wird die Alleinschuld am Kentern des mit 4200 Menschen besetzten Schiffes zur Last gelegt, bei dem 32 Menschen ums Leben kamen, unter ihnen zwei Deutsche. Er soll das Schiff zu nahe an die Insel gelenkt, den Beginn der Rettungsarbeiten verzögert und schon vor Ende der Bergung aller Passagiere und Crewmitglieder das Schiff verlassen haben.

          Schweigeminute vor Gericht

          Während das Gericht mit einer Schweigeminute der Opfer gedachte, widmeten Angehörige und Inselbewohner dem Unglück einen ganzen Tag. Am Morgen wurde in der Kirche der Heiligen Lorenzo e Maximiliano mit einer Messe der Unglücksnacht gedacht. Gemeindepastor Lorenzo Pascuotti hatte vor zwei Jahren die Türen der Kirche geöffnet, um Schiffbrüchige aufzunehmen. Danach wurde am Montag wie beim ersten Jahrestag ein Blumenkranz ins Meer geworfen.

          Im September wurde das Wrack aufgerichtet, in diesem Sommer soll es weggeschleppt werden - wenn das Wetter es erlaubt

          Am späteren Nachmittag sollte die Sopranistin Elizabeth Norberg-Schulz ein Konzert der Solisten des „Musical Giglio“ in der Kirche Santi Pietro e Paolo in Giglio Castello, dem Hauptort der Insel, mitgestalten. Um 21.45 Uhr und sieben Sekunden sollten auf Giglio alle Glocken schlagen und Schiffssirenen heulen. Genau zu dieser Stunde vor zwei Jahren hatte die „Costa“ einen Felsen gerammt, der den Rumpf auf einer Länge von etwa 15 Metern leckschlug.

          Wohin mit dem Wrack?

          Derweil hofft die Bevölkerung, dass das im September aufgerichtete Wrack im Juni, „wenn es das Wetter erlaubt“, weggeschleppt wird. Das hatte vergangene Woche Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli angekündigt. Zudem würden Ende Januar erstmals Prozessbeteiligte die Chance bekommen, das Wrack zu besichtigen, sagte er weiter; und bis März soll entschieden werden, wo die „Costa Concordia“ zerlegt wird.

          Zwölf Häfen und Unternehmen aus sechs Ländern bewürben sich um den Auftrag, der für Monate die Sicherung von einigen hundert Arbeitsplätzen verspricht. Italiens Umweltminister Andrea Orlando plädierte für einen nationalen Hafen; aber der Chef der Reederei Costa Crociere, Michael Thamm, erinnerte an die hohen Kosten; die aufwendige Bergung werde schon jetzt auf mehr als 600 Millionen Euro geschätzt.

          Weitere Themen

          Taylor Swift und ihr Master-Plan

          Streit um Rechte : Taylor Swift und ihr Master-Plan

          Taylor Swift kämpft zurzeit mit dem Musikmanager Scooter Braun – denn er hat die Rechte an ihren ersten sechs Alben. Nun überlegt die Sängerin, die Lieder einfach nochmal einzuspielen.

          Topmeldungen

          Am Rande des G-7-Gipfels : Wie es Macron gelang, Trump gnädig zu stimmen

          Der französische Präsident präsentiert sich in Biarritz als Überraschungskünstler: Er hat den erwartet sperrigsten Gipfelteilnehmer vorläufig gezähmt – und scheut dabei nicht vor einem Trick zurück.
          Irans Außenminister Dschawad Zarif

          Biarritz : Irans Außenminister überraschend beim G-7-Gipfel

          Eine Überraschung für die Teilnehmer: Dschawad Zarif ist in Biarritz eingetroffen. Er werde dort mit Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian zusammentreffen, teilte das französische Präsidialamt mit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.