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Zustandsbericht : Ernste Sorge um Deutschlands Wälder

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Keiner schöner Wald in dieser Zeit ... Bild: dpa

Saure Böden, verschmutzte Luft, zurückgehende Artenvielfalt: Es steht nicht gut um den einst so stolzen deutschen Wald.

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          Die deutschen Wälder sind in einem Besorgnis erregenden Zustand. Besonders die Luftverschmutzung greife die Wälder stark an, berichtetedie Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) am Donnerstag in Bonn unter Berufung auf Waldzustandsberichte aus fünf Bundesländern. Die Böden versauerten, die Artenvielfalt des Waldes gehe zurück und die Qualität des Trinkwassers sei in Gefahr. „Das gesamte Ökosystem Wald ist stark beeinträchtigt.“

          Der Wald im Süden Deutschlands ist laut SDW stärker geschädigt als im Norden. Besonders schlecht sei der Zustand der Buchenwälder in Rheinland-Pfalz. Jede zweite Buche sei dort geschädigt. Auch die Waldbestände in den Alpen, im Schwarzwald und im Rhein-Main-Gebietseien stark in Mitleidenschaft gezogen. Leicht entspannt habe sich die Situation der Kiefern in Bayern. Nur noch jeder sechste Baum leidet dort unter den Umwelteinflüssen. Vor einigen Jahren war es noch jede vierte Kiefer.

          Luftverschmutzung die Hauptursache

          Die Hauptursache der Waldschäden sei die Luftverschmutzung. Sie belaste die Bäume mit Stickstoffen und Nitraten. Verantwortlich hierfür sei der Straßenverkehr. Er verursache fast 60 Prozent der Gesamtemissionen an Stickoxiden. Der Säuregehalt in den Waldböden habe sich in den vergangenen 50 Jahren verhundertfacht. Aluminium und Mangan werde aus dem Boden ausgewaschen und gelange ins Grundwasser, warnte die SDW. Die Grenzwerte würden teilweise überschritten.

          Der SDW forderte den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Parallel dazu müssten die Beobachtungsflächen in den Wäldern erweitert werden, um Schäden besser auswerten zu können.

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