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„Zurück in die Zukunft“ : Wie viel Zukunft ist wahr geworden?

Angekommen in der Zukunft: Marty McFly (Michael J. Fox) schaut, was 2015 für ihn bereithält, hinter ihm schwebt die Zeitmaschine, der legendäre DeLorean. Bild: RTL II

Der Tag, der im Film „Zurück in die Zukunft“ vorhergesagt wurde, ist gekommen - und mit ihm ein wehmütiger Blick zurück. Ist wahr geworden, was der Film prophezeit?

          Ein junges Pärchen herzt sich in der Auffahrt eines Vorstadthäuschens. Es ist der 26. Oktober 1985, die Sonne scheint. Plötzlich durchbrechen ein Knall und ein Blitz die traute Zweisamkeit. Ein silbernes Autos mit Kabeln an den Seiten rast auf die Auffahrt. Heraus springt ein alter Mann mit wirr abstehenden weißen Haaren, einem langen goldenen Mantel, einer Brille mit einer silbernen Fläche, wo man die Gläser vermuten würde, und einer durchsichtigen Krawatte. Tatendurstig rennt er auf den jungen Mann zu: „Marty, du musst mit mir zurückkommen!“ Marty fragt: „Wohin?“ Die Antwort: „Zurück in die Zukunft!“ Die drei steigen in das Auto, es hebt ab, beschleunigt, verschwindet – und lässt eine Flammenspur am Himmel zurück.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Nach abermaligem Knall und Blitz tauchen sie wieder auf. Rundherum fliegende Autos, schwebende Lampen und Richtungsanzeigen am Rand der Luftfahrtstraße. Marty will wissen: „Wo sind wir? Wann sind wir?“ Der alte Mann deutet auf eine Anzeige: „Wir sind im Landeanflug auf Hill Valley, Kalifornien, um 16.29 Uhr am Mittwoch, dem 21. Oktober 2015.“

          So beginnt der Film „Zurück in die Zukunft II“, in dem Doc Brown und Marty McFly in unsere Gegenwart reisen. Diese Gegenwart, die für die Macher des Films, der 1989 in die Kinos kam, 26 Jahre in der Zukunft lag, sieht anders aus als das, was der Film uns präsentiert.

          Anhaltende Popularität dank realer Zukunftsvision

          Doch viele Alltagsgegenstände nutzen wir heute ganz selbstverständlich – Regisseur Robert Zemeckis und Autor Bob Gale, die sich die Geschichte ausgedacht hatten, sagten sie ganz richtig vorher. So können wir Videotelefonate führen, Uhren sagen das Wetter voraus, es gibt Roboter, die in Restaurants bedienen, es gibt intelligente Kleidung und Brillen, die Informationen anzeigen. Wir können mit Fingerabdrücken bezahlen und unsere Wohnungstür öffnen. Es gibt sogar Häuser, die mit ihren Bewohnern kommunizieren können. Ganz wie im Film.

          Für die Medienwissenschaftlerin Henriette Nagel ist das einer der Gründe für die anhaltende Popularität des Films. Die Macher hätten viele Dinge in ihre Version der Zukunft gesteckt, die sie sich selbst als Kind wünschten, wie die fliegenden Autos. Insgesamt hätten sich die Drehbuchschreiber aber doch sehr an ihre eigene Gegenwart gehalten. „Ihre Zukunftsvision ist eine schrillere Version der Achtziger“, meint Nagel. Viele Sachen, die zur Zeit der Entstehung des Films gerade angesagt gewesen seien, hätten die Drehbuchschreiber beibehalten – wie den Fitnesswahn, der sich darin zeigt, dass die Menschen 2015 immer noch in Spandex-Sportkleidung herumlaufen und selbst im Café auf einem Ergometer sitzen.

          Stört die Zweisamkeit: Doc Brown (Christopher Lloyd) nimmt Marty und Jennifer (Elisabeth Shue) mit.

          Ein gutes Beispiel dafür sei auch das Faxgerät, durch das der erwachsene Marty McFly 2015 seine Kündigung bekommt, das heutzutage jedoch fast ausgestorben ist. Hier stimmt auch der Zukunftsforscher René Schäfer zu. Faxgeräte seien Ende der Achtziger nun mal ganz neu gewesen. Die Filmemacher hätten sich kaum vorstellen können, dass eine solch tolle Technik in nur 30 Jahren schon wieder überholt sein würde.

          Nicht vorhergesehen haben Zemeckis und Gale nämlich den Aufstieg des Internets sowie die Vernetzung und Digitalisierung, die viele technische Geräte obsolet werden ließen. Vieles aus dem Film hat man aber zu verwirklichen versucht, sei es, weil es sich um Dinge handelt, von denen die Menschen schon lange träumen, sei es, weil solche Zukunftsfilme sie erstrebenswert erscheinen ließen.

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