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„Zurück in die Zukunft“ : Wie viel Zukunft ist wahr geworden?

Die fliegenden Autos bleiben vorerst fiktiv

Fliegen beispielsweise war schon immer ein Traum des Menschen, wahrscheinlich schon vor Ikarus. Aber das wichtigste Verkehrsmittel unserer Zeit, das Auto, in die Lüfte zu erheben ist noch nicht wie in diesem Film gelungen. Die fliegenden Autos, die es gibt oder an denen gearbeitet wird, seien immer noch ein Hybrid zwischen Auto und Flugzeug oder Hubschrauber, sagt René Schäfer. Keines komme ohne Flügel oder Rotoren aus. Zwar forsche besonders das amerikanische Militär an fliegenden Fahrzeugen – aber so wie im Film werden sie wohl auf absehbare Zeit nicht vom Boden abheben.

„Zurück in die Zukunft II“ : Marty McFly kommt im Jahr 2015 an

Was auch daran liegen mag, dass der Film, der sonst oft bis in die kleinsten Kleinigkeiten stimmig ist, nicht darauf eingeht, wie dieser Flug technisch möglich ist. Auch an den Autos sieht man keine Antriebseinheiten. Das Einzige was auffällt, ist die „Mr. Fusion“-Box auf dem DeLorean von Doc Brown. Er braucht nur ein wenig Hausmüll einzufüllen, und die Fahrt kann beginnen. So weit ist die Technik heute zwar noch nicht, aber immerhin kann Energie schon lange aus der Kraft der Sonne und des Windes gewonnen werden – und eben auch aus Biomüll.

So sehen sie jetzt aus: Christopher Llyod und Michael J. Fox im Juli
So sehen sie jetzt aus: Christopher Llyod und Michael J. Fox im Juli : Bild: Reuters

Im Hill Valley der Zukunft sieht man hier und dort Fusionsreaktoren im Stadtbild. Es gebe durchaus Entwicklungen in diese Richtung, erzählt Schäfer. So habe die amerikanische Firma Lockheed Martin einen Fusionsreaktor so weit verkleinert, dass er auf einen Lastwagen passen würde und eine Stadt mit 100.000 Menschen mit Strom versorgen könne. Allerdings gelinge die Fusion noch nicht so, dass man die Reaktion über einen langen Zeitraum aufrechterhalten könne.

Kein reiner Science-Fiction-Film

Der Fortschritt schreite jedoch immer weiter voran, sagt Schäfer. Vor wenigen Wochen noch hätte er gesagt, dass es ein Hologramm in nächster Zukunft nicht geben werde, wie Marty es in Hill Valley sieht, als ihn ein riesiger projizierter Hai aus einer Werbung für den fiktiven Film „Der weiße Hai 19“ zu verschlingen droht. Doch habe vor kurzem ein Unternehmen so etwas vorgestellt – auch mit dem Hinweis auf den Film.

Diese Firma ist nicht die einzige, die auf den Hype aufgesprungen ist, der den 21. Oktober 2015 umgibt, als Marty McFly in der Zukunft ankommt. Pepsi bringt eine Sonderedition namens „Pepsi Perfect“ heraus. Unter dem Namen kommt das Produkt im Film vor. Die Flasche hat die Form, die im Film präsentiert wird. Nike will den selbstbindenden Schuh auf den Markt bringen, Universal Pictures hat einen Vorschau-Film für „Der weiße Hai19“ gedreht, und Mattel wirbt für ein Hoverboard, also ein Skateboard ohne Räder, das in der Luft schwebt.

Die Werbung erwähnt nicht, dass es das nicht gibt, zumindest noch nicht. Anfang des Jahres präsentierte ein amerikanisches Unternehmen seine Version des Hoverboards, und es schwebte wirklich. Die Crux daran: Es arbeitet mit Magnetismus und braucht somit einen Untergrund aus Metall. Laut René Schäfer gibt es aber durchaus Anwendungen für solch eine Technik. In der Lagerhaltung beispielsweise könnte man damit schwere Lasten ohne Bodenreibung transportieren.

Der Erfolg des Films – er spielte bislang mehr als 330 Millionen Dollar ein – basierte aber nicht auf der genauen Vorhersage der Zukunft, sondern eher darauf, dass er sich und das Bild, das er von der Zukunft zeichnet, nicht wirklich ernst nimmt, darin sind sich Medienwissenschaftlerin Nagel und Zukunftsforscher Schäfer einig. Laut Nagel handelt es sich nämlich nicht um einen reinen Science-Fiction-Film, sondern um eine Mischung, die auch Elemente eines Familienfilms und einer Komödie enthalte.

Im Großen und Ganzen habe der Film aber doch recht behalten, meint Schäfer. Dass die Macher einige Sachen, die in ihrer Zeit angesagt gewesen seien, überinterpretiert hätten, hält er für normal. Schließlich würden wir unsere Gegenwart im Hinblick auf die Zukunft immer für zu wichtig halten. Und große Brüche, wie der Erfolg des Internets und die Digitalisierung, seien sowieso kaum vorherzusagen.

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